Zorn (Ein Lied 2,3,4…)

Veröffentlicht: Juni 21, 2018 in Gedichte, Gefasel
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Mit dem Fleischermesser, dem scharfen und spitzen,
Möchte ich ihnen die Bäuche aufschlitzen.
Der Blutsaft quillt massenhaft,
Die Lebenskraft endet dauerhaft,
Überall im Raum verteilt.
Die Leiber.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles rot.
Die Leiber.
Die Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles tot.
Das.
Erfreut.
Mein steinernes.
Herz.
Mit der Grasschneidesichel, der wirklich gemeinen,
Möchte ich ihre Körper entbeinen.
Den Gar… Ausmachen.
Den Sensenmann schicken.
Radieschen sollen sie nur noch von unten.
Na ihr wisst schon.
Ihre Leiber.
Ihre Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles rot.
Ihre Leiber.
Ihre Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles tot.
Das.
Erfreut.
Mein steinernes.
Herz.

© sybille lengauer

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Sonnenaufgang

Veröffentlicht: März 4, 2018 in Allgemein

Wie du tastend dich emporhebst,
Aus der düsteren Umarmung.
Deine Farben augenschmeichelnd,
Mit der Dunkelheit verwebst.
Wie du die Stille singend machst,
Weil tausend Vogelkehlen rufen:
„Halleluja! Wir sind Leben!“

Wie die Nacht zerschellt,
Wie die Nacht zerbricht,
An deinem Licht.

Wie du den Mond verblassen lässt,
Seinen Platz am Himmel forderst.
Die andern Sterne absorbierst,
Mit stummer Unausweichlichkeit.
Wie du das Himmelsschwarz zerfaserst,
Derweil die Vogelseelen singen:
„Halleluja! Wir sind Leben!“

Wie die Nacht zerschellt,
Wie die Nacht zerbricht,
An deinem Licht.

© sybille lengauer

Ohne Titel

Veröffentlicht: Februar 10, 2018 in Allgemein

Weil’s manchmal wirklich schwer ist…

Aufgeben. Schlafen gehen. Weil’s eigentlich eh schon egal ist. Was soll der nächste Tag noch bringen? Hinter dem Horizont, einfach nur ein schwarzes Loch. Und irgendwie auch Innerlich.

Hinlegen. Nicht mehr aufstehen. Weil’s eigentlich schon lange keinen Sinn mehr macht.
Stein-sein für Fortgeschrittene. Wer braucht da schon eine Aussicht? Verschwommene Gedanken, mariniert in Traurigkeit. Das passendste Wort, für das toteste Gefühl.

Liegenbleiben. Weil’s eigentlich eh schon lange vorbei ist. Der Leuchtturm ist geschlossen. Stiert blind über die Wellen. Tagein, tagaus. Monotonie bis zum Kollaps. Und die Frage bleibt und nagt sich einen Weg durch die depressiven Synapsen.

Aufstehen. Weitermachen. Wofür zur Hölle?

© sybille lengauer

(Ein Malocher-Melancholie-Nichtgedicht)
(Geht auch als Lied durch)

Der Rücken ist krumm,
Die Seele ist schwer,
Die Finger sind wund,
Such dir selber einen Reim darauf.
Schweiß brennt in den Augen.
Anders als Tränen –
Die laufen nur.
Wir sollten hier weg,
Wir sollten hier weg,
Doch wir bleiben.
Und ertrinken.

Ich umarme die bärtige Lady und dann,
Küssen wir uns und dann,
Ja dann, wann dann?
Fangen wir, oh dann fangen wir!
Ein neues Leben an.

Die Füße sind platt,
Der Humor sicher auch,
Selbst der Arsch schmerzt,
Und das kann sich niemand ausdenken.
Schweiß brennt in den Augen.
Anders als Tränen –
Die laufen nur.
Wir sollten was ändern,
Wir sollten was ändern,
Doch wir bleiben.
Und vermoosen.

Ich umarme die bärtige Lady und dann,
Küssen wir uns und dann,
Ja dann, wann dann?
Fangen wir, oh dann fangen wir!
Ein neues Leben an.

© sybille lengauer

Ein Tag am Meer

Kalt ist es hier. Nass auch. Um mich herum weißes Rauschen. Wasser im Mund, im Hals, im Magen. Wasser bald auch in meiner Lunge und wo ist eigentlich dieses verdammte Rettungsboot? Wütend bin ich. Verängstigt aber auch. Über meinem Kopf schlagen die Wellen zusammen und ich schlucke noch mehr Wasser. Meerwasser. Ich könnte jetzt Schwimmhäute gebrauchen. Irgendwo muss doch jemand sein, der bemerkt dass mir hier gerade die Luft ausgeht. Ich ertrinke, verdammt nochmal und warum hört mich eigentlich keiner?

Panik, jetzt ist sie da. Fließt wie eine zweite Welle über mich hinweg und ich merke, wie meine Muskeln krampfen. Meine Augen quellen aus den Höhlen und ich strample in diesem beschissenen Wasser, platsche hilflos über einer gähnenden Tiefe, die mich nach unten zieht. Immer weiter nach unten. Die Wellen schlagen über meinem Kopf zusammen und ich höre eine Möwe über mir schreien. Unter mir schwimmen silberne Fische und wahrscheinlich freuen sie sich darauf, dass ich bald ersoffen und aufgeweicht durch ihre Welt treibe.

Kalt ist es hier und um mich herum wird das Rauschen immer lauter. Wasser in meiner Nase, in meiner Luftröhre. Ich huste und pruste und denke an den idiotischen Wolf, der versucht hat das Steinhaus des dritten Schweinchens umzublasen, bis er explodiert ist. Bald explodiere ich auch, zumindest innerlich. Wenn meine Lungenbläschen platzen, während das letzte bisschen Leben aus meiner Harnröhre schießt und sich mit dem Salzwasser vermischt, das nun wirklich jede meiner Körperöffnungen ausfüllt und warum zur Hölle wollte ich in dieses verfluchte Wasser springen und bis zur Unendlichkeit schwimmen, wenn ich doch ganz genau wusste, dass ich kaum schwimmen kann?

Langsam geht mir wirklich die Kraft aus und Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann schick mir jetzt jemanden der mich hier herausholt! Lass nicht zu, dass ich hier derart erbärmlich krepiere. Die letzte Welle war eine zuviel, jetzt gehe ich endgültig unter. Über mir verschwimmt der Himmel. Ich höre nichts mehr, sehe kaum mehr und mein Ich verkümmert zu einem kleinen Punkt in der Mitte meines Körpers. Der Rest ist erbärmlicher Schmerz, ein gewaltiges Zucken und sich Winden, das nicht aufhören will, während ich immer tiefer sinke.

Ich reiße die Augen auf und sehe eine silberne Wolke vor meinem Gesicht aufsteigen. Mein letzter Atemzug, der an die Oberfläche steigt. Es wird dunkel. Ich sehe mein Leben an mir vorbeitreiben und es ist fürchterlich. „Ich war noch nicht fertig damit!“ schreie ich in meinem Kopf und ich frage mich, ob das irgendwen interessiert. Dann denke ich nichts mehr. Ein letztes Zucken, als meine Lungen verzweifelt versuchen das Meer einzuatmen. Ein letztes Krampfen, als mein Körper aufgibt. Mach’s gut, liebe Welt, ich war noch nicht fertig mit dir, aber das muss jetzt jemand anderes übernehmen. Mach’s gut, liebe Welt, so lieb warst du gar nicht, aber doch irgendwie geil. Mach’s gut und wenn du mich vermisst, du weißt ja, wo du mich findest…

© Sybille Lengauer

Der Admin einer befreundeten Seite hat heute ein paar Suchbegriffe aufgelistet, die auf seine HP geführt haben. Ich habe sehr gelacht. Natürlich musste ich dann auch linsen, was die Leute so auf meine Page getrieben hat.

Ich will sie euch nicht vorenthalten, hier also ein paar Suchanfragen.
Ich habe die Rechtschreibung 1 zu 1 übernommen, so als Extrabonus:

„Kartoffel des grauens“,
„türkenhure sybille“ (wtf?!),
„wichsen mit Plastiktüte wie Schaufelbagger durch gehirn“,
„fick mich, ich bin der rupfer“ ,
„altenheim pervers“ ,
„warmer kartoffelbrei gut zum onamieren“
und ein Highlight, das ich erst gerade eben entdeckt habe:
„warum brennt es, wenn man in eine wunde wichxst?“

Ich hoffe, irgendwer kann diesen armen Menschen helfen..

Frustfresserraupe

Auf einem welken Blatte,
Saß ohne große Lust,
Ein kleiner Raupengatte,
Und fraß, gegen den Frust,
Sich voll mit Chlorophyll.

Er war von seinem Raupenweib,
Verstoßen und verhöhnt,
Sie hatte seinen dicken Leib,
Verspottet und verpönt.
Drum fraß er auch so viel.

Nach dem Käferstündchen

Es schleimt zu ihrem Käferfreund,
Die kleine Nacktschneck‘ ganz verträumt,
Sie würd‘ ihn ewig lieben,
Da hat er sie vertrieben.

Im Garten

„Mein Schatz, wo bist du?“, fragt die Meise,
Ruft seinen Namen, laut und leise!
Vergebens sucht die Meis‘ den Gatten,
Mein Kater hat’n.

Wohin Manieren führen

„Wenn sie nur nicht so bitter wären,
Würd‘ ich sie VOR dem Sex verzehren.“
Sprach’s kauend vor sich hin,
Die Spinnerin.

Grausegrau

Grausegraue Regentropfen,
Die auf deine Seele klopfen,
Löchern durch die Stirn.
Schreckensschwarzer Düsternebel,
Fest sich windend wie ein Knebel,
Fräst sich ins Gehirn.

Geworfen in die Fegefeuchte,
Suchst du Mensch das Sinngeleuchte,
Knietief im Morast.
Erkennst im wirbelnd’ Sinnesstrudel,
Dass du, wässrig wie der Pudel,
Dich selbst verloren hast.

(c) sybille lengauer