Dasein einer Schriftstellerin

Veröffentlicht: Oktober 25, 2010 in Gedichte
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Ich schreibe mich tapfer und schreibe mich neu.
Ich schreibe mich mutlos doch schreib’ ich mich frei.

Ich schreibe mich ängstlich, ich schreib’ mich versaut.
Ich schreibe mich hässlich, ich schreib’ mich ergraut.

Ich schreibe mich wütend, ich schreib’ mich nervös.
Ich schreibe mich herzig, schreib’ mich kapriziös.

Ich schreibe mich schreiend, ich schreib’ niemals still!
Ich schreibe mich aufrecht – weil ich es so will.

© Sybille Lengauer

Kommentare
  1. YDU sagt:

    Stelle mir gerade vor, wie du aussiehst beim Schreiben,
    wäre ich ein Maler, dann – alles easy – könnte ein Bild ich dir zeigen,
    aber, ganz ohne Pinsel oder Stift, ist das so einfach nicht!
    Tapfer und neu, wütend und scheu, meinte natürlich frei,
    mutlos und ängstlich ist auch noch dabei,
    hässlich versaut, da dir vor etwas graut,
    das dich macht zuerst nervös, dann wütend und bitter,
    worauf du aufrecht kapriziert aus vollem herzen schreist,
    Worte erscheinen wie Feuer und Schwert bei einem Gewitter,
    der Mund weit offen, die Finger jagen wie Blitze über das Papier,
    die Haare stehen dir zu Berge , du gleichst einem bluttrünstigen Ritter,
    verscheuchst ohne zu wissen das nahe und ferne Getier,
    Vulkane blasen Rauch in den Himmel und feurige Glut,
    wenn die Worte gefunden ist alles wieder – guuuuut.
    Blauer Himmel, Sonnenschein, der Rauch verzogen,
    die Welt dreht sich weiter, Ruhe kehrt wieder ein …
    Nun such ich das Bild, das verfolgt mich bis in die Träume,
    um es dir zu senden, damit du weißt, was ich meine.
    Sobald es gefunden in den Untiefen des World Wide Web,
    bekommst du eine Kopie, damit dein Gedicht ist komplett!
    Klar, das wirst du so nicht akzeptieren, bist ja kapriziert,
    manchmal versaut, das schlägt sich dann auch auf die Marnieren,
    dein Temprament geht mit dir durch, es entlädt sich die Wut,
    oder könntest du gar entdecken,
    dass der Humor fehlt bei deiner Aufzählung
    oder wolltest du den vor mir verstecken?
    Musste sein, sorry, kannst die Zeilen ruhig eliminieren,
    kann nicht anders, wenn meine Gedanken flanieren ….
    😉

  2. Jannis sagt:

    schönes gedicht, als antwort eines von mir:
    mit dem Titel: Dasein eines Schriftstellers

    Liebend, trauernd, hadernd,
    lächelnd, weinend, zweifelnd –
    so bin ich,
    lebe ich,
    schreibe ich.

    Weißes Papier ist
    zum Auffüllen da –
    so wie ein Curriculum,
    wie eine Gießkanne,
    wie eine Seele.

    Liebend, trauernd, hadernd,
    lächelnd, weinend, zweifelnd –
    so bin ich,
    lebe ich,
    schreibe ich.

    Der Ton macht die Musik,
    der Text macht das Glück –
    ohne Worte bin ich nichts,
    doch wenn ich zu viel rede,
    bin ich nicht mehr ich.

    lg, jannis
    http://schmerzwach.blogspot.com/

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