Eine kleine Erklärung zur schriftstellerischen Lücke

Veröffentlicht: April 9, 2013 in Gefasel
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In letzter Zeit bekomme ich ab und an kleine Mails, die bescheiden danach fragen, ob ich denn im Moment noch schreibe. Man läse in den vergangenen Monaten so wenig von meiner Wenigkeit. Arbeite ich vielleicht an etwas wirklich Großem? Oder mache ich eine kreative Pause, welche natürlich wohlverdient…? Tja. Ihr alle kennt bestimmt diese Alben, Bücher, Bilder und Filme von Leuten, die ihr cool findet und bei deren Genuss ihr euch denkt “Scheiße, Mann, das hätte er/sie sich aber wirklich sparen können. So einen billigen Rotz hätte ich von ihm/ihr nicht erwartet.” Und ihr hofft, dass sich besagter Künstler wieder seiner Wurzeln besinnt, sich ordentlich den Kopf durchspült oder was auch immer macht, um wieder gute, coole, lustige, wütende oder einfach geile Kunst zu machen. Ihr seid enttäuscht, ein wenig beleidigt und fragt euch vielleicht nach dem wieso und warum.

Und hey, genau in so einer Phase befinde ich mich! Es kommt nur Rotz. Sätze wie “Meine Tränen sind tief wie der Ozean, meine Seele schwer wie ein Gebirge” wursteln sich aus meinen Fingern aufs Papier. Dort lungern sie dann herum und seufzen depressiv vor sich hin. Und ich frage mich: Wer will bitte so etwas lesen? Ich sicher nicht. Das ist so 12-Jahre-Pseudo-Pubertär und Weltschmerzgeseierkotzig. Ich kenne kleine Emo-Kinder mit zentnerweise Kajal und Haarspray-Attitüde, die intelligentere Sätze hervorwürgen als das. Und deswegen wandert dieser Geschreibsel-Müll direkt in selbigen, ohne eure werten Augen mit seiner online-Anwesenheit zu belästigen. Ich finde, das ist ein Akt der Menschlichkeit. Man muss einfach nicht jeden Scheiß raushauen, man muss nicht jeden beliebigen, geistigen Erguss in seine Umwelt kotzen. Wenn ihr euch also fragt, ob ich derzeit noch schreibe, so lautet die Antwort: ja, ich schreibe. Für den Mülleimer. Das wird sich irgendwann bestimmt wieder ändern, aber wann, kann ich nicht sagen. Und für alle, die mein schriftstellerisches Gewurstel zu sehr vermissen, folgender Tipp: Nehmt meine Bücher, zerschneidet sie in kleine Schnipsel, packt sie in einen Sack, kräftig Schütteln. Dann holt beliebig viele Schnipsel hervor und bastelt daraus neue Texte. Die sind mit Sicherheit besser als das, was ich zurzeit produziere und trotzdem durch und durch “Lengauer”.

Viel Spaß bei der Übung!

Eure Sy.

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Kommentare
  1. nextkabinett sagt:

    Hat dies auf Germanys next Kabinettsmitglieder rebloggt und kommentierte:
    Soweit ich es von hier aus erahne, ist Dein Leben ansonsten gut ausgefüllt. Da wird sich wieder einiges entwickeln. Einfach weiterschreiben ist die Devise … der Mülleimer ist geduldig. Ich auch … Bis bald wieder von hier aus, Reka

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