Das Ungewicht

Veröffentlicht: April 7, 2019 in Gedichte
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Das Ungewicht

Was wiege ich schon?
Gegen all die Milliarden.
Menschen, Jahre, Widrigkeiten.
Bin nicht besser als irgendeiner.
Ein Schimmern, ein Donnern, ein Glimmen.
Bin nicht schlechter als irgendwer.
Verblasst, erloschen, vergangen.
In einem Augenblick.
Kaum mehr wert als jenes Klischee.
Das irgendwo in China gerade umfällt.
Sack Reis, Fahrrad, Kritiker.
Bin nicht schlechter als irgendeiner.
Ein Leuchten, ein Beben, ein Knistern.
Bin nicht besser als irgendwer.
Verglüht, erloschen, verglommen.
In einem Wimpernschlag.
Was ich unternehme gilt Nichts und Alles.
Zerrieben im ernüchternden Abgesang der Zeit.
Ziele, Träume, Nichtigkeiten.
Bin nicht mehr als ein winziger Tropfen.
Ein Flackern, ein Rauschen, ein Katzensprung.
Bin nicht weniger als das unendliche Meer.
Verschlungen, erloschen, verschollen.
In einem Atemzug.
Meine Bedeutungslosigkeit macht mich frei.

© sybille lengauer

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Kommentare
  1. Ich kenne dieses Gefühl. So gut getroffen.

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