Aufarbeitung / Ein Prozess

Veröffentlicht: Juli 10, 2019 in Gedichte
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Aufarbeitung / Ein Prozess

Könnte ich sie erklären,
Diese erdrückende Traurigkeit.
Oh, könnte ich nur.
Ich erzählte dir von einer,
Tosenden Welle.
Sie,
Rollt heran,
Stülpt sich über das Land,
Verschlingt das Heute.
Sie,
Wogt im Herzen,
Kommt und geht,
Wie die Gezeiten.
Nur ohne den Mond,
Der niemals scheint.
In dieser Gegend.

Hätte ich nur die rechten Worte,
Ich ertränkte dich in ihnen.
Und verlöre keine Träne.
Kein Vergeben.

Wüsste ich ihn zu beschreiben,
Diesen unendlichen Zorn.
Oh, wüsste ich nur wie.
Ich erzählte dir von einem,
Gewitternden Wolkenberg,
Er,
Zieht herauf,
Legt sich über das Land,
Verdeckt das Morgen.
Er,
Grollt in der Seele,
Kommt und geht,
Wie der Monsun.
Nur ohne den Regen,
Der niemals fällt.
In dieser Gegend.

Hätte ich nur die rechten Sätze,
Ich versengte dich mit ihnen.
Und verlöre keine Träne.
Kein Vergessen.

© sybille lengauer

Kommentare
  1. YDU sagt:

    Es schwindet die Traurigkeit – irgendwann,
    Wogen glätten sich – irgendwie,
    Groll zieht seiner Wege,
    Erinnerung schwindet,
    verschwindet doch nie,
    schimmert blass im Mondlicht,
    versteckt im Morgenrot,
    erscheint als Stein vor uns,
    auf manchem Wege …
    Tja, so fühlen sich Deine Zeilen
    für mich gerade an,
    wie viele Deiner Worte
    erscheinen beim Lesen
    Bilder – dann und wann,
    die mich „verfolgen“
    über den Tag.
    Kann es sein,
    dass Worte verbinden
    ein Weltengeflecht,
    dass man hasst
    oder auch mag?

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