Herbstlied

Veröffentlicht: Oktober 22, 2019 in Gedichte
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Herbstlied

Endlich ist’s wieder stürmisch geworden.
Tosende, wogende Zeit.
Der Wind birgt Geschichten,
Vom Schnee aus dem Norden.
Endlich ist es soweit.

Endlich ist’s wieder neblig geworden.
Wattig verschwommene Zeit.
Die Krähe prahlt stolz,
Mit dreisten Jungvogelmorden.
Endlich ist es soweit.

Endlich ist’s wieder herbstlich geworden.
Pilzschwere, modrige Zeit.
Das Laub erstrahlt golden,
Und doch ist es verdorben.
Endlich ist es soweit.

Endlich ist’s wieder finster geworden.
Lichtfern verdunkelte Zeit.
Die Nacht flüstert leise,
Vom Eis in den Fjorden.
Endlich ist es soweit.

© sybille lengauer

Kommentare
  1. sehr schönes Gedicht
    ich mag Sommer, Herbst und eigentlich jede Jahreszeit, nur der Frühlling ist bei uns am Anfang nicht so besonders oder vielleicht könnte man das auch späten Wiunter nennen…
    wenn dann nicht einmal Schnee da ist und alles nur grau ist…
    da ist mir der Herbst viel lieber
    der ist gemütlich und hyggelig, wie wir hier sagen

  2. Sehr feine Gedanken ins Gedicht eingewoben, gefällt mir sehr.

  3. Hehe, ja bitte. Weiß nicht, ob Dank wirklich angebracht ist, bin ja tatsächlich nur ihr Denker. Nicht ihr Macher. Aber: gern geschehen.

  4. Ja, ich glaube das Gefühl kenn ich auch ganz gut. Hab neulich ein Gedicht mit dem Satz „der Herbst, er scheint mir ehrlich“ beendet, das wohl von einem ganz ähnlichen Gefühl getragen war.
    Wobei ich mir echt nicht sicher bin, ob wir das den andren Jahreszeiten, ob ich das den andren Jahreszeiten wirklich zurechnen sollte, dass sie mir eben irgendwie unehrlich erscheinen.
    Gut, der Winter verspricht irgendwie immernoch jedes Jahr Schnee, von dem er und ich eigentlich wissen, dass er ihn nicht mehr bringt. Genau wie weiße Landschaften. Aber vor allem hat er halt auch immer Weihnachtstage im Gepäck, die Liebe und Frieden versprechen. Und Konsumterror bringen. Durch den alles noch ein weniger lieblos wirkt, als sonst schon.
    Der Frühling verspricht erblühen und aufleben. Und kommt doch gegen dieses Gefühl, dass wieder was Ungutes von vorne beginnt, was eigentlich nie aufhörte, nie wirlklich an.
    Und der Sommer, naja. Als verließen die Ratten freudestrahlend das sinkende Schiff. Um Urlaub zu machen. Zwar hab ich weder was gegen Sonne, noch gegen Bikinis. Aber wenn die Brillenmode dazu noch beschissen ist, wird’s endgültig ein Hochgefühl, dem ich mich nur schwer anschließen kann 🙂

    Von daher: ist der Herbst einfach irgendwie realistischer 🙂 so empfinde ich es zumindest. Deine Gedichte übrigens gefallen mir wirklich gut, die die ich gelesen habe bisher. Werde da die Tage nochmal ausführlicher stöbern, bestimmt 🙂

  5. Fotohabitate sagt:

    Du sprichst mir aus dem Herzen! Ich finde, der November wird viel zu negativ bewertet. Nach so einem Sommer ist das Herbstfeeling einfach nur schön!!

  6. Myriade sagt:

    Aha, du bist auch ein Nordmensch wie ich 🙂

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