A’pno:e-Spiele

Veröffentlicht: Mai 15, 2020 in Gedichte
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a’pno:e – Assoziationsspiel* 
(ursprüngliche Gedichte von Fabian Lenthe)**

Du wirfst deine Leere, 
mit Absicht gegen die Wand, 
lässt sie dort Trocknen,
Bis nach der Großen Pause.
Du fragst: Wo ist Unten?
in diesem Traum ohne Richtung,
Hast dabei haarscharf den Frühling,
im Blick.
Auch wenn Tag für Tag,
die Raben nach dir schlagen,
und die Welt in Stücke krächzen,
nennst du jeden Vogel flügellahm,
denn links von dir liegt die Ewigkeit.

Die Anwesenheit deines Schattens, 
auf dem Filter der Kaffeemaschine,
auf dem Staub in den Regalen,
auf dem gottverdammten Mittagessen,
nimmt mir den letzten Rest Würde.
Es ergibt keinen Sinn,
Die Vergissmeinnicht dafür zu verachten,
es wäre falsch und bequem,
Den Sonntag dafür zu verstoßen,
Denn das Etwas, das mich quält,
ist nicht blau,
sondern Schwarz.

Während wir ahnungslos schlafen,
schlägt die Zeit tiefe Kerben, 
wohin wir auch schauen,
nichts vergeht so schön,
wie das Meer, 
Im November.

Schmerzpunkt: Abwesenheit. 
Da ist Niemand,
nicht das kleinste Stück Herrgott.
vielleicht auch ein Glück,
immerhin waren die Jalousien,
Früher auch immer unten.
also warum festhalten,
an der unliebsamen Antwort, 
muss doch ein Blinder erkennen:
sicher ist nur der Ausgang.

Ich falle wie ein Stein,
zum MittelPunkt der Erde,
verbrenne zu weißgrauer Asche,
im Schmerzbauch der Welt –
Da klaffte plötzlich Loch,
wo genau hab’ ich vergessen,
und schon fiel ich ins Nichts.
Der Herr sei mein Zeuge,
Es war nur ein falscher Schritt.

Ich reiße deine Ruhe in Fetzen, 
Das ist mehr Vergnügen als Pflicht,
Werfe dein unbeschwertes Feixen auf den Grund des tiefsten Brunnens,
Ersäufe dein nimmersattes Grinsen im Schlick der Unendlichkeit.
Dies ist der Tod deiner Träume.
Für dich unerreichbar,
liegen meine Worte,
gegen die Stille,
auf den Stufen des Brunnens:
Nie, nie, nie hört es auf zu bluten.

Schöner wird der Mensch
nur auf Entfernung.

* Assoziationsspiel: Ich habe einzelne, fett-gedruckte Worte aus einem Gedichtband in der Reihenfolge ihres Erscheinens aufgeschrieben und damit neue Sätze / Gedichte gebaut. Die Worte sind in Fett markiert.

** Buch: A’pno:e Gedichte von Fabian Lenthe, Rodneys Underground Press, 2020
Hier ist noch der: Link zu Fabians Homepage

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Kommentare
  1. YDU sagt:

    Etwa sperrig, daher zog ich vorüber,
    bin wieder da und lese es wieder.
    Habe mich zum Liken entschlossen,
    hat dich hoffentlich nicht verdrossen,
    jedoch habe ich mir überlegt nebenbei,
    ich versuche es auch für mich –
    ob es gelingt – einerlei …

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