Heimatgedicht aus der Ferne

Veröffentlicht: September 7, 2020 in Gedichte
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(Nachdem mich heute das Heimweh ein wenig gepackt hat, möchte ich dieses Gedicht gerne teilen, kundige Leser der Mottengedanken werden es bereits kennen, allen anderen wünsche ich viel Vergnügen mit dem bisschen Heimweh)

Heimatgedicht aus der Ferne

Fels in der Brandung?
Eher ein Findling.
Von Zeit und Gewalten,
Geformt und zerschliffen.
Getrieben von Gletschern,
Längst sind sie zerflossen,
Jene kalten Giganten,
Die Berge versetzten.
Und so ruhe ich hier,
In der duftenden Heide,
Setze Moos an, wärme Echsen.
Doch mein Herz singt noch die Lieder,
Aus den Gebirgen, den fernen,
Die der Adler umkreiste.
Mein Herz ist aus den Steinen,
Der Alpen geboren.

© sybille lengauer

Kommentare
  1. schönes Gedicht, aber sag, bist du zur Zeit nicht zu Hause? Oder ist es generell, weil du nicht in der ursprünglichen Heimat bist? liebe Grüsse von Liv

    • Sybille Lengauer sagt:

      Es gibt so viele zuhause. Und manchmal fehlt eins. Mein Geburtsland ist Österreich, aber ich lebe schon lange nicht mehr dort.

      • wusste ich gar nicht; warum bist du in Deutschland? Gefällt es dir dorft viel besser?

      • Sybille Lengauer sagt:

        Puh, lange Geschichte. Wo einen das Leben eben so hintreibt. Schön ist es hier nur auf den zweiten Blick, aber der beeindruckt. Diese Ecke des Landes war vor wenigen Jahrzehnten noch Kohlegebiet, es gibt hier stillgelegte Zechen und einen riesigen Chemiepark und irgendwie gefällt mir der Anblick in Kombination mit den (erfolgreichen) Renaturierungsmaßnahmen, die bis heute laufen. Ich nenne es „The Beauty Of Industry“

  2. immer wieder schön zu lesen

  3. Alex sagt:

    Hier gefällt mir die Rhythmik besonders gut – nicht daß ich noch wüsste, was was ist.
    Aber es geht da daada da da da, und dann ein paar Mal dadadaa da da daada.
    Sehr hübsch und gar nicht gegen den natürlichen Sprachfluss 🙂

    • Sybille Lengauer sagt:

      Vielen Dank, ich freue mich, wenn die Komposition gefällt. Manchmal fließt es einfach gut. Wie man das genau benennt, weiß ich auch nicht, dazu hätte ich wohl in der Schule besser aufpassen müssen. 🙂

  4. Myriade sagt:

    Aha, da bist du eine ehemalige Landsfrau 😉

  5. Bei Deinem schönen Gedicht musste ich an meine Mutter denken, die ebenfalls dichtete und schrieb. Ihr hätten Deine Zeilen aus der Seele gesprochen, denn sie hatte auch stets Heimweh nach ihren Wurzeln – gelegen nahe der Alpen 🙂

  6. Msdedeng sagt:

    Beautifully written, and there is really no place the heart yearns like home.

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