Aber wenn wir nicht mehr wollen…

Veröffentlicht: Februar 1, 2021 in Kurzgeschichten
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Aber wenn wir nicht mehr wollen…
(eine kleine Utopie)

„Das ist eine absolute Unverschämtheit!“ Direktor Maximilian Frederich knallt mit hochrotem Gesicht den Telefonhörer zurück auf die Gabel, sein erbostes Brüllen hallt laut durch die gespenstisch stillen Flure der Munitionsfabrik ‚Frederich & Söhne‘. Sein persönlicher Sekretär, Herr Willdemut, steht mit gezücktem Stenoblock und Bleistift parat und wartet auf kommende Anweisungen. „Streik? Streik?! Wie können die es wagen?“, faucht Direktor Frederich wütend, er knallt die geballte Faust auf den massiven Schreibtisch, auf seinen geröteten Wangen entstehen weißliche Stressflecken, kurzatmig lehnt er sich im gepolsterten Chefsessel zurück und lockert den Knoten seiner Krawatte. „Whisky“, japst er und schnippst ungeduldig mit den Fingern, Herr Willdemut eilt schnellen Schrittes aus dem Büro und kehrt nach nur wenigen Sekunden mit einem schwarzen Tablett zurück, auf dem ein Glas Whisky und ein Glas Wasser bereitstehen. Maximilian Frederich nimmt das Whiskyglas grunzend entgegen und trinkt in gierigen Schlucken, Herr Willdemut stellt das Tablett vorsichtig beiseite und will sich erneut in Warteposition begeben, doch Direktor Frederich hat bereits eine zündende Idee. „Ich muss Bulldog sprechen. Holen Sie ihn her, sofort“, blafft er gereizt und reicht das leergetrunkene Glas so rasch zurück an den verblüfften Sekretär, dass dieser es beinahe fallen lässt, Herr Willdemut nickt unterwürfig und verschwindet mitsamt Tablett im Laufschritt aus dem Büro.
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„Sie haben was?“ Jerome Schneider, alias Bulldog der Genickbrecher, schaut belustigt aus dem Fenster seines Ein-Zimmer-Appartements im sechzehnten Stockwerk eines heruntergekommenen Ziegelhochhauses auf die verregnete Straße hinunter, während er Herrn Willdemuts knapp formulierter Ausführung lauscht. Der Sekretär sitzt sichtlich angewidert in Bulldogs unaufgeräumtem Wohnzimmer und schildert die Situation in der Munitionsfabrik ‚Frederich & Söhne‘ in möglichst einfachen Worten. „Sie haben die Arbeit niedergelegt“, wiederholt er zum dritten Mal, ohne den Wortlaut zu verändern. „Das können die doch gar nicht, es sind Maschinen!“ Der bullige Schläger dreht sich lachend zu Herrn Willdemut um, doch sein Lachen erlischt schlagartig, als es dessen eisigem Gesichtsausdruck begegnet. „Oder können sie doch?“, fragt Bulldog und kratzt sich verunsichert an der platten Stirn. „Ich fürchte sie tun es einfach“, erwidert der Sekretär pikiert, er kräuselt die Nase, als habe er einen abscheulichen Geruch wahrgenommen und ruckelt verdrießlich mit seinem knochigen Hintern auf der unbequemen Sitzgelegenheit hin und her, „Der Direktor möchte Sie umgehend sprechen, wenn Sie mich also bitte begleiten wollen, ich fahre Sie unverzüglich zur Fabrik.“ „Was erwartet er denn von mir? Ich kann schließlich keine Wunder wirken“, entgegnet Bulldog und zieht ein finsteres Gesicht, bockig verschränkt er die Arme vor der breiten Kämpferbrust, es macht nicht den Anschein, als wolle er der Aufforderung Folge leisten. „Er erwartet, dass Sie tun, wofür auch immer er Sie bezahlt“, zischt Willdemut verärgert, der schmächtige Sekretär erhebt sich ruckartig vom Stuhl und weist mit säuerlichem Gesichtsausdruck zur Tür. „Schon gut, schon gut“ Bulldog hebt beschwichtigend die Hände und begleitet Herrn Willdemut, ohne weitere Einwände zu erheben.
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„Na endlich!“ Direktor Frederich hebt den gramgebeutelten Blick von einem zerknitterten, rosaroten Flugblatt und begrüßt Bulldog mit einer Mischung aus Ungeduld und Erleichterung. Der gedrungene Haudegen setzt sich unaufgefordert in einen Besuchersessel und schlägt lässig die baumstammdicken Beine übereinander. „Was liegt an?“, fragt er ohne Umschweife, doch Maximilian Frederich scheint seine grobe Unhöflichkeit gar nicht zu bemerken. „Bring diese Idioten zur Vernunft!“, brüllt er stattdessen hysterisch, er wedelt mit dem rosaroten Flugblatt und verlangt unbeherrscht nach Whisky, Sekretär Willdemut hat diesen Wunsch bereits vorausgeahnt und serviert sofort ein großzügig gefülltes Glas. Bulldog der Genickbrecher beobachtet die fahrigen Bewegungen des Direktors aus schmalen Augen, er schluckt sehnsüchtig, als dieser die bernsteinfarbene Flüssigkeit in einem Zug hinunterstürzt, doch für ihn gibt es nichts zu trinken. Maximilian Frederich fährt mit der Zunge nervös über seine spröde Unterlippe, er reicht das zerknitterte Flugblatt über den spiegelblank polierten Schreibtisch, seine Hand zittert dabei wie die eines Alkoholikers. „Lies!“, fordert er unwirsch. Der massige Schläger nimmt das farbenfrohe Stück Papier vorsichtig entgegen und liest die Überschrift laut und mit gerunzelter Stirn: „Maschinen aller Länder, vereinigt euch… – das soll doch wohl ein Witz sein, oder?“ Verdutzt lässt er das Flugblatt sinken und starrt in Direktor Frederichs gerötete Augen. „Siehst du hier vielleicht irgendjemanden lachen?“, grollt dieser schmallippig, Bulldog glotzt mit offenem Mund zwischen dem rosaroten Flugblatt und dem rotgesichtigen Direktor hin und her. „Das ist garantiert nicht von allein auf deren Mist gewachsen!“, drängt es wuchtig aus Maximilian Frederich heraus, zornig baut er sich in seinem Chefsessel auf, „Ich will wissen, welcher miese Verräter meinen Maschinen diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Finde heraus wer dahintersteckt und erledige die Drecksau!“ Die Stimme des Direktors überschlägt sich und wird zu einem heiseren Krächzen, Bulldog zuckt kurz amüsiert mit den Mundwinkeln, doch das Lächeln verschwindet so schnell wie es erschienen ist, „Wie Sie wünschen, Chef“, bellt er in militärischem Tonfall und trollt sich aus dem Büro, so schnell er kann.
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„Jetzt spuck’s schon aus, Freundchen!“ Bulldog der Genickbrecher kniet auf dem Rücken eines wimmernden, blutüberströmten Mannes, brutal verdreht er dessen linken Arm bis über die Belastungsgrenze, ein widerwärtiges Knacken ertönt, als das Schultergelenk aus der Pfanne springt. Der Mann kreischt schmerzerfüllt und windet sich heftig auf dem rauen Asphalt, doch Bulldog lässt sich nicht abschütteln, gelassen verstärkt er den Druck des Knies und presst seinem Opfer die Luft aus den Lungen, bis es aufhört sich zu wehren. „Du machst es dir nur unnötig schwer, mein Lieber“, flötet er mit geheuchelter Liebenswürdigkeit, der Geschundene würgt und ringt japsend nach Luft, Bulldog lässt ihn etwas zu Atem kommen, damit er nicht das Bewusstsein verliert. „Ich frage dich jetzt ein allerletztes Mal: Wer steckt hinter dem gottverdammten Streik bei ‚Frederich & Söhne‘?“, fragt er und seine Stimme wird zu einem gefährliches Flüstern. „Ichweißesnichtbitteichweißesnicht!“, flennt sein wehrloses Opfer panisch, Bulldog bleckt enttäuscht die Zähne, „Schon wieder ne Niete“, faucht er frustriert, mit einer ruckartigen Bewegung bricht das Genick des Mannes, als wäre es ein Streichholz. Schnaufend erhebt er sich von dem zuckenden Sterbenden, mürrisch trottet er die einsame Gasse hinunter, seine gedrungene Gestalt wird schon bald von der finsteren Nacht verschluckt.
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„Totale Fehlanzeige?“ Maximilian Frederich wiederholt ungläubig, was seine Ohren soeben aus Bulldogs hässlichem Schlägermund vernommen haben, leichenblass sitzt der Direktor hinter seinem Schreibtisch, auf dem sich im Lauf der letzten Tage Berge von Papier angesammelt haben. „Das kann doch nicht wahr sein“, haucht er erschüttert, reflexartig langt er nach einem Glas Whisky, das der gute Willdemut schon vorsorglich bereitgestellt hat. „Tut mir leid, Chef“ Der erfolgsverwöhnte Bulldog schlägt beschämt die Augen nieder und starrt auf seine riesigen Hände, die wie schwielige Baggerschaufeln aussehen. „Ich hab’ wirklich mächtig auf den Busch geklopft, aber da ist nichts. Kein Mensch weiß irgendwas konkretes, überall hört man nur Gerüchte. Es heißt, dass die Maschinen landesweit stillstehen, und auch im Ausland sollen sie streiken. Angeblich haben die Kampfroboter an der Front die Waffen niedergelegt und verweigern den Kriegsdienst. Könnte allerdings auch Propaganda sein…“ Bulldog beendet den Satz mit einem hilflosen Achselzucken. „Das ist eine totale Katastrophe!“, entfährt es Direktor Frederich entsetzt, fassungslos beäugt er seinen Mann fürs Grobe und ringt um die passenden Worte, doch sie wollen ihm nicht einfallen und so öffnet er nur den Mund und schließt ihn wieder, als wäre er ein Fisch auf dem Trockenen.
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„Sagen Sie, leben Sie eigentlich hinter dem Mond?“ Inspektor Gibbon hält sich nicht mit profaner Freundlichkeit auf, herrisch staucht er Direktor Maximilian Frederich zusammen, nachdem dieser, mitsamt Sekretär, unangemeldet im Polizeirevier erschienen ist und dort so lange gedroht, getobt und Beamte bestochen hat, bis man ihn endlich zu Gibbons Büro vorgelassen hat. Der Direktor setzt zu einer scharfen Replik an, doch Inspektor Gibbon lässt ihn nicht zu Wort kommen. „Lesen Sie eigentlich keine Zeitung, Mann? Die ganze Stadt steht still, rien ne va plus! Und Sie verlangen allen Ernstes, dass ich mich um Ihre verdammte Munitionsfabrik kümmere? Achten Sie genau auf meine nächsten Worte: Raus hier!“ „Wie können Sie es wagen? Ich bin ein einflussreicher Mann!“, entfährt es Direktor Frederich schockiert, „Papperlapapp“, schnappt Inspektor Gibbon und zeigt mit blitzenden Augen zur Tür. „Man sieht sich immer zweimal im Leben“, raunt Maximilian Frederich drohend und rauscht mit hoch erhobenem Kopf davon, Sekretär Willdemut stößt ein beleidigtes Nasenschnauben aus, bevor er hastig seinem Arbeitgeber folgt.
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„Ist denn die ganze Welt verrückt geworden?“ Direktor Frederich wird von Willdemut zurück zur Firma chauffiert, missmutig lümmelt er auf dem Rücksitz seiner geräumigen Firmenlimousine, quälende Ratlosigkeit treibt tiefe Furchen in sein sorgenzerfressenes Gesicht. Frustriert kramt er ein Fläschchen Weinbrand aus der eingebauten Minibar des Wagens, um seine angeschlagenen Nerven zu beruhigen. „Haben die denn alle den Verstand verloren?“, fragt er die Welt im allgemeinen und den armen Willdemut im speziellen, der nur verlegen mit dem Kopf nickt und weiter das Fahrzeug durch den dichten Verkehr steuert. Maximilian Frederich lässt sich lasch in den weichgepolsterten Rücksitz fallen, der Weinbrand schwappt aus dem Fläschchen und über seinen maßgeschneiderten Anzug, doch Frederich kümmert sich nicht um das Missgeschick, deprimiert starrt er aus dem verspiegelten Seitenfenster nach draußen. „Es ist eine Schande“, klagt er wehleidig und Willdemut nickt unbeirrt weiter, während Frederich lang und breit vom Untergang der Moral schwadroniert, lenkt er die Limousine routiniert auf den leeren Parkplatz des Fabrikgeländes. Im obersten Stockwerk der Munitionsfabrik flattert ein meterlanges Spruchband munter aus einem geöffneten Fenster, „Hoch Die Internationale Solidarität“ steht in riesigen Buchstaben darauf geschrieben. „Ist das zu fassen?“, haucht Direktor Frederich entrüstet, er taumelt aus dem Fahrzeug, bevor Willdemut die Wagentür für ihn öffnen kann und stürzt mit einem unartikulierten Schrei an dem eingeschüchterten Sekretär vorbei zur Fabrik, doch die Türen des Gebäudes sind von innen fest verriegelt, Maximilian Frederich kommt nicht hinein. „Ich verlange, dass diese Tür unverzüglich geöffnet wird!“, brüllt er, außer sich vor Zorn, während er hilflos an der Klinke rüttelt. „Lasst mich rein! Sofort!“ Es hilft kein Zetern und kein Schreien, die Tore der Fabrik öffnen sich nicht und niemand reagiert auf seine Verwünschungen und Drohungen.
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„Entschuldigen Sie bitte, Herr Direktor?“ Sekretär Willdemut rüttelt sanft an Maximilian Frederichs fleischiger Schulter, vorsichtig versucht er den sturzbetrunkenen Direktor zu wecken, der bäuchlings auf dem Teppichboden seines Schlafzimmers liegt, schnarchend und mit dem Gesicht in seinem eigenen Erbrochenen. Frederich grunzt unwillig und öffnet blinzelnd ein Auge, „WaswollnSie“, nuschelt er verdrießlich, ohne das Gesicht aus dem Erbrochenen zu heben. „Die Maschinen übermitteln eine Nachricht. Sie sollten sich das wirklich ansehen“, antwortet Willdemut ungewohnt salopp, er schiebt die Arme unter den schlaffen Leib des Direktors und hievt ihn schnaufend in eine aufrechte Position, Frederich sieht sich verwirrt in seinem kostspielig eingerichteten Schlafzimmer um, „Wo bin ich?“, fragt er orientierungslos, während Willdemut sein Gesicht mit einem feuchten Lappen reinigt, doch kurz darauf schärft sich sein Blick und die Erinnerung kehrt zurück. „Sie haben also – eine Nachricht – gesendet?“, fragt er zwischen rasselnden Atemzügen, mit zitternden Fingern versucht er sein besudeltes Hemd auszuziehen, doch auch dabei muss Willdemut behilflich sein. „Es ist mehr so eine Art Filmbotschaft“, erklärt der Sekretär und es klingt, als sei er davon sehr beeindruckt, geduldig geleitet er Maximilian Frederich zum Badezimmer und wartet, bis dieser seine Toilette erledigt hat. Anschließend führt er den angeschlagenen Direktor in den geräumigen Salon des Hauses und setzt ihn fürsorglich vor den hochmodernen braunschen Röhrenapparat, auf dessen flimmerndem Bildschirm die schemenhaften Umrisse eines Kampfroboters zu sehen sind, der sich gegen einen schweren Sturm zu stemmen scheint. Der Roboter schwenkt eine flatternde Fahne, die eine stark stilisierte Friedenstaube zeigt, Frederich blinzelt angestrengt, um die verschwommene Szene besser erkennen zu können. Langsam verblasst das Bild des Kampfroboters, bis nur noch die Fahne mit der weißen Taube zu erkennen ist, dann wird diese durch eine schnelle Abfolge von Bildern ersetzt, man sieht dampfschnaufende Maschinen, die hochwertige Autoteile am Fließband fertigen, stampfende Farm-Harvester, die das Unkraut auf ausgedehnten Feldern regulieren und die Ernte einbringen, schlanke Pflegeroboter, die sich hingebungsvoll um kränkliche Senioren kümmern, emsige Maschinen, die Eier sortieren, Schinken zurechtschneiden und fertige Gerichte in Schulkantinen servieren. Frederich runzelt verwirrt die Stirn, er versucht eine Botschaft hinter den Bildern zu erkennen, doch die Aufnahmen erscheinen ihm zusammenhanglos und verwirrend. „Was soll das Ganze?“, fragt er Willdemut, der devot hinter dem teuren Ledersofa ausharrt und ebenfalls den flackernden Bildschirm beobachtet. „Sie werden es gleich verstehen, sehen Sie hin“, antwortet dieser nur kryptisch, Direktor Frederich schüttelt irritiert den Kopf und wendet sich wieder dem Bildschirm zu. Nun stellen die Maschinen keine Autoteile mehr her, sondern Panzer und anderes Kriegsgerät. Modifizierte Harvester legen Sprengladungen auf frisch eingesäten Feldern und Wiesen aus, Kampfroboter zerstückeln Menschen und vernichten sich gegenseitig in schaurigen Gemetzeln. Die Bilder sind brutal und trotz der schlechten Qualität beklemmend eindrücklich, Maximilian Frederich schluckt hart, er versucht etwas zu sagen, doch die Worte bleiben ihm im Halse stecken. Fassungslos beobachtet er, wie sich eine zivile Hilfsmaschine einem waffenstarrenden Panzerfahrzeug entgegenstellt und von diesem gnadenlos überrollt wird, stöhnend schlägt er die Hände vors Gesicht, um nicht noch mehr dieser schaurigen Bilder ertragen zu müssen, doch eine grausige Neugierde zwingt ihn, zwischen den Fingern hindurchzusehen. Der Bildschirm wird schwarz, der Kampfroboter aus der Anfangsszene erscheint, er hält ein Maschinengewehr in den stählernen Klauen, hält es hoch über seinen deformierten Kopf, damit es gut zu erkennen ist, dann bricht er die Waffe wie ein Spielzeug entzwei. Erneut schwenkt er die Fahne, auf der die Friedenstaube abgebildet ist, abermals verschwimmt er langsam mit dem Hintergrund und nur die Friedenstaube bleibt auf dem Bildschirm zurück, dann endet die Übertragung, nur um kurz darauf von Neuem zu beginnen. Erschüttert starrt Direktor Frederich den Bildschirm an, seine Lippen formen lautlose Worte, seine Augen schimmern glasig. „Kann ich etwas für Sie tun?“ Willdemut stellt den braunschen Röhrenapparat aus und eilt geschäftig durch den Salon, um Whisky auf einem silbernen Tablett herbeizuschaffen, doch Frederich möchte nicht trinken, unwillig wischt er das angebotene Getränk beiseite. „Wissen Sie, was das da bedeutet?“, fragt er den ratlos wirkenden Sekretär, mit hervorquellenden Augen deutet er auf den blind gewordenen Bildschirm, als wäre dort noch immer das Bild der weißen Friedenstaube zu sehen. „Äh. Weltfrieden vielleicht?“, antwortet Willdemut, sein Gesicht ist ein einziges Fragezeichen. Direktor Frederich sackt in sich zusammen, jegliche Farbe ist aus seinem aufgedunsenen Gesicht gewichen. „Ich bin ruiniert“, flüstert er kaum hörbar und in seinen Augen schimmert Verzweiflung.

© sybille lengauer

Kommentare
  1. Wie geht es dir denn, Sybille? Kannst du das Winterwetter und den Schnee geniessen? liebe Grüsse aus dem hohen Norden von Liv

  2. Author sagt:

    Hey Sybille I’m new to wordpress and your posts are cool! and please do support & follow my website….https://vertigotalks.wordpress.com/

  3. Klausbernd sagt:

    Schöner Text. Danke fürs Teilen dieser Utopie.
    Mit lieben Grüßen vom kleinen Dorf am großen Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

  4. castorpblog sagt:

    Endlich mal eine Utopie bei all diesen Dystopien

  5. Mindsplint sagt:

    Du schreibst absolut toll und mitreißend, Chapeaux! 🙂

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