Archiv für die Kategorie ‘Gedichte’

Zorn (Ein Lied 2,3,4…)

Veröffentlicht: Juni 21, 2018 in Gedichte, Gefasel
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Mit dem Fleischermesser, dem scharfen und spitzen,
Möchte ich ihnen die Bäuche aufschlitzen.
Der Blutsaft quillt massenhaft,
Die Lebenskraft endet dauerhaft,
Überall im Raum verteilt.
Die Leiber.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles rot.
Die Leiber.
Die Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles tot.
Das.
Erfreut.
Mein steinernes.
Herz.
Mit der Grasschneidesichel, der wirklich gemeinen,
Möchte ich ihre Körper entbeinen.
Den Gar… Ausmachen.
Den Sensenmann schicken.
Radieschen sollen sie nur noch von unten.
Na ihr wisst schon.
Ihre Leiber.
Ihre Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles rot.
Ihre Leiber.
Ihre Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles tot.
Das.
Erfreut.
Mein steinernes.
Herz.

© sybille lengauer

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(Ein Malocher-Melancholie-Nichtgedicht)
(Geht auch als Lied durch)

Der Rücken ist krumm,
Die Seele ist schwer,
Die Finger sind wund,
Such dir selber einen Reim darauf.
Schweiß brennt in den Augen.
Anders als Tränen –
Die laufen nur.
Wir sollten hier weg,
Wir sollten hier weg,
Doch wir bleiben.
Und ertrinken.

Ich umarme die bärtige Lady und dann,
Küssen wir uns und dann,
Ja dann, wann dann?
Fangen wir, oh dann fangen wir!
Ein neues Leben an.

Die Füße sind platt,
Der Humor sicher auch,
Selbst der Arsch schmerzt,
Und das kann sich niemand ausdenken.
Schweiß brennt in den Augen.
Anders als Tränen –
Die laufen nur.
Wir sollten was ändern,
Wir sollten was ändern,
Doch wir bleiben.
Und vermoosen.

Ich umarme die bärtige Lady und dann,
Küssen wir uns und dann,
Ja dann, wann dann?
Fangen wir, oh dann fangen wir!
Ein neues Leben an.

© sybille lengauer

Frustfresserraupe

Auf einem welken Blatte,
Saß ohne große Lust,
Ein kleiner Raupengatte,
Und fraß, gegen den Frust,
Sich voll mit Chlorophyll.

Er war von seinem Raupenweib,
Verstoßen und verhöhnt,
Sie hatte seinen dicken Leib,
Verspottet und verpönt.
Drum fraß er auch so viel.

Nach dem Käferstündchen

Es schleimt zu ihrem Käferfreund,
Die kleine Nacktschneck‘ ganz verträumt,
Sie würd‘ ihn ewig lieben,
Da hat er sie vertrieben.

Im Garten

„Mein Schatz, wo bist du?“, fragt die Meise,
Ruft seinen Namen, laut und leise!
Vergebens sucht die Meis‘ den Gatten,
Mein Kater hat’n.

Wohin Manieren führen

„Wenn sie nur nicht so bitter wären,
Würd‘ ich sie VOR dem Sex verzehren.“
Sprach’s kauend vor sich hin,
Die Spinnerin.

Grausegrau

Grausegraue Regentropfen,
Die auf deine Seele klopfen,
Löchern durch die Stirn.
Schreckensschwarzer Düsternebel,
Fest sich windend wie ein Knebel,
Fräst sich ins Gehirn.

Geworfen in die Fegefeuchte,
Suchst du Mensch das Sinngeleuchte,
Knietief im Morast.
Erkennst im wirbelnd’ Sinnesstrudel,
Dass du, wässrig wie der Pudel,
Dich selbst verloren hast.

(c) sybille lengauer

Ich will das nicht, ich mag das nicht,
Ich weiß es ist dein Leibgericht,
Doch sowieso und überhaupt,
Ich mochte das noch nie!

Ich mag es nicht, ich will es nicht,
Und falls du auf mein Wohl erpicht,
Mit Zuckerguss und überhaupt,
Ich mochte das noch nie!

Ich will das nicht, ich mag das nicht,
Wer mir von ausprobieren spricht,
Wie unerhört und überhaupt,
Ich mochte das noch nie!

Ich mag es nicht, ich will es nicht,
Ich…

Ruf mal eben einer den Krankenwagen,
Bitte…

© sybille lengauer

Seelenweh.
Jenseits der Gefühle,
Leergelebt, wie ein altes Blatt Papier.
Auf den Herzschlag folgt das Schluchzen,
In der Schwüle, der Bedrängnis,
Und kein Warten, nein kein Warten hilft.
Nichts. Hilft. Mir.

Seelenweh.
Diesseits der Gefühle,
Ausgelebt, wie ein zerknülltes Blatt Papier.
Auf das Schluchzen folgt das Zittern,
In der Kälte, der Verdammnis,
Und kein Handeln, nein kein Handeln hilft.
Nichts. Hilft. Mir.

Seelenweh.
Abseits der Gefühle,
Abgelegt, wie ein zerriss’nes Blatt Papier.
Auf das Zittern folgt die Starre,
In der Leere, der Erkenntnis,
Und kein Hoffen, nein kein Hoffen hilft.
Nichts. Hilft. Mir.

© sybille lengauer

Man ist entsetzt, man ist schockiert,
Hätte niemals gedacht, dass so etwas passiert,
Beschließt, dass sich da etwas ändern muss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

Man zeigt sich vernetzt, weil man meint es pressiert,
Schreibt Memos an Leute, die es nicht int’ressiert,
Mit Interpunktionen im Überfluss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen,
Das Leben geht weiter.

Man ist verletzt, man ist brüskiert,
Hätte niemals gedacht, dass es so schlimm grassiert,
Verkündet, damit sei nun endgültig Schluss!

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

Man wird langsam gesetzt und man resümiert,
Dass doch irgendwie immer dasselbe passiert.
Man schürzt die Lippen in stillem Verdruss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

© sybille lengauer

Keine Regung, jede Bewegung führt zur Verhaftung.
Keine Liebe, alle Triebe führen zur Entwaffnung.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Kein Springen, kein lautes Singen.
Kein gar nichts. Nichts. Aus!
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Deine Freude kannst du begraben, auf dem Hinterhof deiner Träume.
Deine Freunde kannst du gleich mit hinein, in die dunkle, feuchte Grube werfen.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Aus dieser dunklen, feuchten Grube, erwächst vielleicht einmal ein Baum.
Aus seinem Holz kann sich ein neuer Träumer vielleicht etwas schnitzen.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Keine Bewegung, jede Regung führt zur Verhaftung.
Keine Triebe, jedwede Liebe führt zur Entwaffnung.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Die ganze Nacht lang.

© sybille lengauer