Archiv für die Kategorie ‘Gefasel’

Schlechte Laune

Veröffentlicht: Mai 5, 2019 in Gefasel
Schlagwörter:, ,

 

Kein Frieden.
Kein Frieden.
Wir finden keinen –
Frieden.
Ständig Muss, Kann, Sollte, Wollte.
Immer laut und vollbeschäftigt.
Kaum der Hauch einer Sekunde.
Der nicht angefüllt mit Scheißdreck.
Güter, Worte, Wünsche, Taten.
Die, einmal genau betrachtet.
Nur dem Zweck des Stopfens dienen.
Füllstoff, Billig-Spachtel-Masse.
Wirf’s dem Leben in den Rachen.
Einen Sinn wird es schon haben.
Schließlich braucht es unser Handeln.
Um den Augenblick zu Schönen.
Todesurteil Langeweile.
Hat die Stille aufgefressen.
Und der Fernseher läuft.
Und das Radio brüllt.
Und das Handy kann jetzt Filme.
H&M oder doch Marke?
Ganz egal, Hauptsache kaufen.
So kann man das auch nicht sagen.
Dringend mal die Nägel machen.
Auto waschen, Urlaub planen.
Kurzhaar oder Pagenkopf?
Junge, wie die Zeit vergeht.
Kaum, dass du zum Mensch geworden.
Klappt auch schon der Deckel zu.
Unser Leben für den Fleischwolf.

© sybille lengauer

 

Dieses schabende, grausame Rauschen, tief in der Finsternis.

Wie soll ich es erklären.

Es ist wortlos.

Diese blinde, rasende Wut, unter den Jahresringen.

Wie soll ich sie besänftigen.

Sie ist endlos.

Diese nagende, fragende Sehnsucht, unter den Augenringen.

Wie soll ich sie stillen.

Sie ist arglos.

Dieses alberne, wiehernde Gelächter, unter dem Faltenrock.

Wie soll ich es mildern.

Es ist grenzenlos.

© sybille lengauer

Das letzte Quäntchen

Veröffentlicht: August 17, 2018 in Gefasel, Politisches
Schlagwörter:

Neulich schlug es noch, das Unverbesserliche.
Das unbeständige,
Das Unverständliche, das.
Schlug und flatterte ein bisschen.
Wo jetzt Ruhe herrscht.

Neulich hielt er noch, der Unerschütterliche.
Der Unbestechliche,
Der Unveränderliche, der.
Stand in der Brandung.
Wo jetzt Stille herrscht.

Neulich schwelte sie noch, die Unbeirrbare.
Die Unbezwingbare,
Die Unverantwortliche, die.
Raste mit dem Kopf voran.
Wo jetzt Schweigen herrscht.

Neulich, im neulich,
Ging es, ging er, ging sie.
Neulich, im neulich,
Ging es um dich und nicht um die.

(repeat)

© sybille lengauer

Ein Nicht-Gedicht

Veröffentlicht: Oktober 22, 2017 in Gefasel
Schlagwörter:, ,

Keine Regung, jede Bewegung führt zur Verhaftung.
Keine Liebe, alle Triebe führen zur Entwaffnung.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Kein Springen, kein lautes Singen.
Kein gar nichts. Nichts. Aus!
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Deine Freude kannst du begraben, auf dem Hinterhof deiner Träume.
Deine Freunde kannst du gleich mit hinein, in die dunkle, feuchte Grube werfen.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Aus dieser dunklen, feuchten Grube, erwächst vielleicht einmal ein Baum.
Aus seinem Holz kann sich ein neuer Träumer vielleicht etwas schnitzen.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Keine Bewegung, jede Regung führt zur Verhaftung.
Keine Triebe, jedwede Liebe führt zur Entwaffnung.
Tanzverbot. Es herrscht Tanzverbot.
Die ganze Nacht lang.

© sybille lengauer

Jetzt (eine kleine Ironie-Melodie)

Veröffentlicht: November 2, 2016 in Gefasel

 

Jetzt ist es schon wieder so dunkel da draußen,

Ein weiterer Tag schlicht vertan.

Man könnte was machen!

Man könnt noch was reißen!

 

Ich denke doch gar nicht daran.

 

Jetzt ist es schon wieder so sinnlos hier drinnen,

Das Leben verrinnt unspontan.

Man könnte was machen!

Man könnt noch was reißen!

 

Ich denke doch gar nicht daran.

 

Jetzt ist es schon wieder zu spät für Aktionen,

Die besten Chancen vertan.

Man kann nichts mehr machen.

Man kann nichts mehr reißen.

 

Ich denke nur noch daran…

 

 

© Sybille Lengauer

Im Unglück (Ein profanes Liedchen 2,3,4)

Veröffentlicht: August 12, 2015 in Gefasel

Im Unglück glücklich sein,

Weil gerade der Wind richtig steht.

Weil die Sonne so schön untergeht.

Weil die Welt sich ja doch weiter dreht.

Ja es geht.

Ja es geht.

Im Unglück glücklich sein,

Weil der Staub so magisch verweht.

Weil ein Freund dich richtig versteht.

Weil man niemals so ganz untergeht.

Ja es geht.

Ja es geht.

Im Unglück glücklich sein,

Weil der Sommerduft leise sich hebt.

Weil über allem eine Leichtigkeit schwebt.

Weil man nur dieses eine Mal lebt.

Ja das geht.

Ja das geht.

© Sybille Lengauer

Zwischengedanken

Veröffentlicht: September 17, 2014 in Gefasel

Und am Ende dieser Straße wartet kein Regenbogen.

Nur Tränen und ein zerbeultes Gesicht.

Obwohl es vielleicht einfach sein könnte.

Ist es aber nicht.

Ist es aber nicht.