Archiv für die Kategorie ‘Gefasel’

Kriegs-Mash-Up

Veröffentlicht: März 1, 2022 in Gefasel
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Kriegs-Mash-Up
(Bastardlyrik / Zusammenschnitt aus diversen Onlinebeiträgen und Kommentaren zum Krieg in der Ukraine)

Das hier ist kein Videospiel.
Es ist eine schreckliche Zeitenwende.
A moment that breaks your heart.
Was für krasse Zeiten.
Nazis die mit Kommunisten kämpfen.
Es ist kaum zu ertragen.
Krieg ist nicht für alle schlecht.
Finde ich sehr gut.
Hashtag!
Lasst euch nicht ablenken.
Schaut euch das hier mal an.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Bitte teilen Sie dieses Bild.
We watch wars on our screens.
Mehr dazu in meinem Video.
Please stop the war.
Da kommt mir das Kotzen.
Prayers!
Dieser Mann ist ein Lügner und Kriegsverbrecher.
So sieht ein Held aus.
This is very emotional.
Atomkrieg rückt in mögliche Nähe.
Was für ein starkes Symbol.
Die Moral wird wichtig sein.
Vielen Dank ihr Arschlöcher.
Musste lachen.
Retweet!

© sybille lengauer

Eine fehlt

Veröffentlicht: Oktober 14, 2021 in Gefasel
Schlagwörter:,

Eine fehlt

Kleine Pfote,
Eins zum Abschied,
Mein Blick sucht immer diese Stelle,
An der du fehlst,
Die eine Stelle,
Ach, du weißt schon,
Jene Stelle,
Wo du nicht mehr zu finden bist,
Kleine Pfote,
Eins zum Abschied,
Dein Platz ist leer und bleibt verlassen.

© sybille lengauer

Lieben!

Veröffentlicht: Juni 22, 2021 in Gefasel
Schlagwörter:,

Lieben!

Er liebt sie,
Sie liebt ihn,
Sie liebt sie,
Er liebt ihn,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Sie liebt er,
Ihn liebt sie,
Sie liebt sie,
Ihn liebt er,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Liebt er sie?
Liebt sie ihn?
Liebt sie sie?
Liebt er ihn?
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Sie liebt er,
Ihn liebt sie,
Sie liebt sie,
Ihn liebt er,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Er liebt sie,
Sie liebt ihn,
Sie liebt sie,
Er liebt ihn,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!

©sybille lengauer

Bisschen Unfug muss zwischendurch schon sein, sonst wandern die Falten in die falsche Richtung.

Sexy wie ein Wurstbrot
(Ein Sommersong aus „Goldstaub & Ruinen“ 2011)

Du bist so sexy wie ein Wurstbrot,
Du bist so geil wie ein Pfund Mett,
Prall gefüllt liegst du am Sandstrand,
Und in der Sonne schmilzt dein Fett.

Du hast den Charme von alten Kutteln,
Stiehlst von der Leberwurst den Chic,
Dein Schlund erinnert mich an Dickdarm,
Und riecht nach Schweinskopf in Aspik.

Du bist so sexy wie ein Wurstbrot,
So cool wie Nierenhack mit Dill,
Was ich dir sagen möchte?
Na, dass ich Kutteln will!

© Sybille Lengauer

Kurzgedanke zum Künstlersterben

„Vielen Künstlern geht es im Augenblick wirklich schlecht…“
„Tja, kennst du die Geschichte von der Grille und der Ameise?“
„Meinst du diese furchtbare Geschichte in der die Grille im Winter verhungern muss, weil sie das ganze Jahr lang musiziert hat?“
„Ja, genau die.“
„Hm. Ja, kenne ich. Kennst du den zweiten Teil der Geschichte?“
„Welchen zweiten Teil?“
„Na den Teil in dem sich die Ameise im Keller erhängt, weil es den ganzen verdammten Tag lang nur noch scheißöde Ameisenpolka zu hören gibt, seit die Grillen tot sind.“
„Das ist nicht lustig.“
„Genau das.“

Es geht weiter

Veröffentlicht: Februar 11, 2020 in Gefasel
Schlagwörter:, ,

Es geht weiter…
(Auszug aus „Hirnwichsen“, Text ca. 2002)

Verhungert im Gefühlsbereich und trotzdem übersättigt von all den Liebesbeteuerungen, die man sich zur Bestätigung immer wieder um die Ohren schleimt, so wie Hunde sich gegenseitig am Arsch beriechen. Emotional ausgedörrt und chronisch unterfickt, obwohl man sich doch regelmäßig gegenseitig das Gehirn herausvögelt, um zu beweisen, wie geil man immer noch aufeinander ist. Seit ach so langer Zeit. Und es geht weiter. Was man so denkt, was man so gemacht hat, wo man so war und wie es da gewesen ist, alles wichtig, damit einem der Gesprächsstoff nicht ausgeht, weil Schweigen ja der Tod ist. Obwohl es doch nichts Schöneres gibt, als auch wortlos glücklich zu sein. Mhm.
Die richtigen Gedanken teilt man dann mit dem kleinen Arschloch im Gehirn, das einem vom eigenen Verfallsdatum erzählt und wissen möchte, was man im Leben eigentlich noch so vorhat, außer nett, glücklich und zufrieden sein. Und man schämt sich, dass man genau DAS nicht ist und eigentlich auch gar nicht sein will, weil die Motivation fehlt, man am Ziel schon längst vorbeigeschossen ist und eigentlich auch sich selbst schon längst aus den Augen verloren hat. Unzufrieden und doch gut eingelullt von der allgemeinen Lebensbequemlichkeit, voll Tatendrang, wenn’s mal wieder nichts zu tun gibt, aber leider mit allen möglichen Unmöglichkeiten beschäftigt, sollte doch einmal etwas Wichtiges anstehen. So vergeht das Leben und geht doch weiter und immer weiter, bis man irgendwann zu alt ist, um das Arschloch im Hirn zu finden, da es sich mittlerweile nach Südtirol abgesetzt hat und dort Ski fährt, weil man selbst nichts mehr zum Kotzen findet, als Schnee…

© sybille lengauer

(Fast 20 Jahre später kann ich meinem jüngeren Schreiber-Ich versichern, dass das kleine Arschloch im Gehirn immer noch da ist. Wir haben uns sehr aneinander gewöhnt und Schnee ist unser Freund geworden…)