Archiv für die Kategorie ‘Gefasel’

Januskopf

Veröffentlicht: September 15, 2018 in Gedichte, Gefasel, Politisches
Schlagwörter:

Januskopf

Wenn das jeder machen würde!
Wo kämen wir da hin?
Das kann doch nicht angehen,
Es kann doch nicht wahr sein,
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde!
Das wäre ein Zustand,
Dass es einer Sau graust.

Wenn das jeder machen würde?
Das ist doch total utopisch.
Es wird nie passieren,
Hey, das wird niemals geschehen,
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde?
Das wäre ein Aufstand.

Und alles verändert sich.

Wenn das jeder machen würde!
Wie finde ich denn das?
Das kannst du dir nicht ausdenken,
Das kann doch nur ein Witz sein,
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde!
Das wäre ein Fiasko,
Da können wir alle einpacken.

Wenn das jeder machen würde?
Das ist völlig unrealistisch.
Da kannst du dich gleich auf den Mond wünschen,
Das interessiert doch keinen.
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde?
Das wäre eine Revolution.

Und alles verändert dich.

© sybille lengauer

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In die Büsche

Veröffentlicht: August 27, 2018 in Gedichte, Gefasel, Politisches
Schlagwörter:

Da schlägt sich einer.
Mitten zwischen die Augen.
Fällt hin und windet sich.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer weiter.
Da schlägt sich einer.
Mitten ins Gesicht hinein.
Kommt aufgeplatzt wieder hoch vom Boden.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer wieder.
Da schlägt sich einer.
Mitten auf die Nase.
Stolpert und liegt schon wieder unten.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer weniger.
Da schlägt sich einer.
Mitten ins Fleisch.
Rappelt sich keuchend nach Oben.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer weg.
Da schlägt sich einer kaputt.
Mitten am hellichten Tag.
Verteilt seine Wut auf dem Beton.
Hassüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer vorbei.

© sybille lengauer

 

Dieses schabende, grausame Rauschen, tief in der Finsternis.

Wie soll ich es erklären.

Es ist wortlos.

Diese blinde, rasende Wut, unter den Jahresringen.

Wie soll ich sie besänftigen.

Sie ist endlos.

Diese nagende, fragende Sehnsucht, unter den Augenringen.

Wie soll ich sie stillen.

Sie ist arglos.

Dieses alberne, wiehernde Gelächter, unter dem Faltenrock.

Wie soll ich es mildern.

Es ist grenzenlos.

© sybille lengauer

Untergang

Veröffentlicht: August 17, 2018 in Gefasel
Schlagwörter:, , , , ,

Untergang (5)

Das letzte Quäntchen

Veröffentlicht: August 17, 2018 in Gedichte, Gefasel
Schlagwörter:

Neulich schlug es noch, das Unverbesserliche.
Das unbeständige,
Das Unverständliche, das.
Schlug und flatterte ein bisschen.
Wo jetzt Ruhe herrscht.

Neulich hielt er noch, der Unerschütterliche.
Der Unbestechliche,
Der Unveränderliche, der.
Stand in der Brandung.
Wo jetzt Stille herrscht.

Neulich schwelte sie noch, die Unbeirrbare.
Die Unbezwingbare,
Die Unverantwortliche, die.
Raste mit dem Kopf voran.
Wo jetzt Schweigen herrscht.

Neulich, im neulich,
Ging es, ging er, ging sie.
Neulich, im neulich,
Ging es um dich und nicht um die.

(repeat)

© sybille lengauer

Zorn (Ein Lied 2,3,4…)

Veröffentlicht: Juni 21, 2018 in Gedichte, Gefasel
Schlagwörter:, , ,

Mit dem Fleischermesser, dem scharfen und spitzen,
Möchte ich ihnen die Bäuche aufschlitzen.
Der Blutsaft quillt massenhaft,
Die Lebenskraft endet dauerhaft,
Überall im Raum verteilt.
Die Leiber.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles rot.
Die Leiber.
Die Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles tot.
Das.
Erfreut.
Mein steinernes.
Herz.
Mit der Grasschneidesichel, der wirklich gemeinen,
Möchte ich ihre Körper entbeinen.
Den Gar… Ausmachen.
Den Sensenmann schicken.
Radieschen sollen sie nur noch von unten.
Na ihr wisst schon.
Ihre Leiber.
Ihre Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles rot.
Ihre Leiber.
Ihre Leiber.
Überall im Raum verteilt.
Jackson Pollock an den Wänden.
Alles tot.
Das.
Erfreut.
Mein steinernes.
Herz.

© sybille lengauer

(Ein Malocher-Melancholie-Nichtgedicht)
(Geht auch als Lied durch)

Der Rücken ist krumm,
Die Seele ist schwer,
Die Finger sind wund,
Such dir selber einen Reim darauf.
Schweiß brennt in den Augen.
Anders als Tränen –
Die laufen nur.
Wir sollten hier weg,
Wir sollten hier weg,
Doch wir bleiben.
Und ertrinken.

Ich umarme die bärtige Lady und dann,
Küssen wir uns und dann,
Ja dann, wann dann?
Fangen wir, oh dann fangen wir!
Ein neues Leben an.

Die Füße sind platt,
Der Humor sicher auch,
Selbst der Arsch schmerzt,
Und das kann sich niemand ausdenken.
Schweiß brennt in den Augen.
Anders als Tränen –
Die laufen nur.
Wir sollten was ändern,
Wir sollten was ändern,
Doch wir bleiben.
Und vermoosen.

Ich umarme die bärtige Lady und dann,
Küssen wir uns und dann,
Ja dann, wann dann?
Fangen wir, oh dann fangen wir!
Ein neues Leben an.

© sybille lengauer