Archiv für die Kategorie ‘Politisches’

Rechts 2, 3, 4

Veröffentlicht: Januar 11, 2019 in Gedichte, Politisches
Schlagwörter:,

(eine Betrachtung in deprimiertem Angstgrau)

Es geht zügig voran, ihr tapfren Patrioten!
Im Stechschritt in den Abgrund und noch stolz darauf, Jawoll!
Ihr habt so vieles getan, ja man kriegt richtig was geboten,
So kurz vorm Absturz ist die Aussicht entsprechend toll.
Auf ein Neues mit dem Weltkrieg, Kameraden, sät das Hassen.
Alle guten Dinge sind nun einmal drei.
Bis die Welt dann brennt und ihr zum Schluss erkennt,
Dass euch als Aschehaufen nichts vom Gegenüber trennt…
Doch keine Sorge Freunde, das geht schnell vorbei.

Wenn uns der glutheiße Wind in der Atmosphäre verteilt,
Seid ihr vielleicht endlich von eurer Dummheit geheilt.

© sybille lengauer

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Januskopf

Veröffentlicht: September 15, 2018 in Gedichte, Gefasel, Politisches
Schlagwörter:

Januskopf

Wenn das jeder machen würde!
Wo kämen wir da hin?
Das kann doch nicht angehen,
Es kann doch nicht wahr sein,
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde!
Das wäre ein Zustand,
Dass es einer Sau graust.

Wenn das jeder machen würde?
Das ist doch total utopisch.
Es wird nie passieren,
Hey, das wird niemals geschehen,
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde?
Das wäre ein Aufstand.

Und alles verändert sich.

Wenn das jeder machen würde!
Wie finde ich denn das?
Das kannst du dir nicht ausdenken,
Das kann doch nur ein Witz sein,
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde!
Das wäre ein Fiasko,
Da können wir alle einpacken.

Wenn das jeder machen würde?
Das ist völlig unrealistisch.
Da kannst du dich gleich auf den Mond wünschen,
Das interessiert doch keinen.
Also wirklich.
Wenn das jeder so machen würde?
Das wäre eine Revolution.

Und alles verändert dich.

© sybille lengauer

Ozean

Es ist so ruhig, hier draußen.
Auf dem weiten Ozean.
Die Toten treiben still dahin.
Im kristallklaren Wasser.
Lassen sich nicht stören.
Von deiner Angst, nicht mehr gebraucht zu werden.

Und die Hoffnung,
Die dort gerade zerbricht.
Interessiert dich nicht.
Interessiert dich nicht.

Es ist so angenehm, hier draußen.
Auf dem weiten Ozean.
Die Leichen ziehen mit der Strömung.
Im Wasser, so blau wie der Himmel.
Lassen sich nicht stören.
Von deiner Angst, ungeliebt zu sein.

Und die Zuversicht,
Die dort gerade zerbricht.
Interessiert dich nicht.
Interessiert dich nicht.

Es ist so still, hier draußen.
Auf dem weiten Ozean.
Die Toten schaukeln auf den Wellen.
Während langsam die Sonne untergeht.
Lassen sich nicht stören.
Von deiner Angst, nicht dazu zu gehören.

Und der Traum,
Der dort gerade zerbricht.
Interessiert dich nicht.
Interessiert dich nicht.

Es ist so schön, hier draußen.
Auf dem weiten Ozean.
Die Leichen driften mit den Gezeiten.
Während sich das Wasser langsam dunkel färbt.
Lassen sich nicht stören.
Von deiner Angst, sterblich zu sein.

Und das Leben,
das dort gerade zerbricht.
Interessiert dich nicht.
Interessiert dich nicht.

© sybille lengauer

In die Büsche

Veröffentlicht: August 27, 2018 in Gedichte, Gefasel, Politisches
Schlagwörter:

Da schlägt sich einer.
Mitten zwischen die Augen.
Fällt hin und windet sich.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer weiter.
Da schlägt sich einer.
Mitten ins Gesicht hinein.
Kommt aufgeplatzt wieder hoch vom Boden.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer wieder.
Da schlägt sich einer.
Mitten auf die Nase.
Stolpert und liegt schon wieder unten.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer weniger.
Da schlägt sich einer.
Mitten ins Fleisch.
Rappelt sich keuchend nach Oben.
Blutüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer weg.
Da schlägt sich einer kaputt.
Mitten am hellichten Tag.
Verteilt seine Wut auf dem Beton.
Hassüberströmt, auf dem menschenleeren Platz.
Etwas geht immer.
Etwas geht immer vorbei.

© sybille lengauer

Stacheldraht

Veröffentlicht: August 21, 2018 in Gedichte, Politisches
Schlagwörter:, ,

Fest der Liebe, Zäune bauen.
Fest des Friedens, scharf das Hündchen.
Geschlossene Gesellschaft.
Auf der Heiterkeitswiese.

Und Stacheldraht, überall.
Stacheldraht. Überall.

Fest der Liebe, Mauern errichten.
Fest des Friedens, hart getroffen den Schnorrer.
Geschlossene Gesellschaft.
In den Glockenklanghimmeln.

Und Stacheldraht, überall.
Überall Stacheldraht. Überall.

Fest der Liebe, Gräben schaufeln.
Fest des Friedens, bitte keinen Neid.
Geschlossene Gesellschaft.
Auf den Zehntausenderrängen.

Und Stacheldraht, überall.
Stacheldraht. Stacheldraht. Überall.

Fest der Liebe, teilen unerwünscht.
Fest des Friedens, auf unserer Seite des Tellers.
Geschlossene Gesellschaft.
Hier Überall.

Und Stacheldraht, überall.
Überall Stacheldraht.
Überall.
Stacheldraht.

© sybille lengauer

Man ist entsetzt, man ist schockiert,
Hätte niemals gedacht, dass so etwas passiert,
Beschließt, dass sich da etwas ändern muss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

Man zeigt sich vernetzt, weil man meint es pressiert,
Schreibt Memos an Leute, die es nicht int’ressiert,
Mit Interpunktionen im Überfluss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen,
Das Leben geht weiter.

Man ist verletzt, man ist brüskiert,
Hätte niemals gedacht, dass es so schlimm grassiert,
Verkündet, damit sei nun endgültig Schluss!

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

Man wird langsam gesetzt und man resümiert,
Dass doch irgendwie immer dasselbe passiert.
Man schürzt die Lippen in stillem Verdruss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

© sybille lengauer

Wut

Veröffentlicht: Oktober 3, 2017 in Gedichte, Gefasel, Politisches
Schlagwörter:, , , , , , , , , , ,

Da ist Wut – Wut in meinem Herzen.
Weil es immer noch dasselbe ist.
Nach all der langen Zeit.
Status zählt.
Und was man wählt.
Bestimmt die Angst – bestimmt das Denken.
Und der Schein regiert.

Da ist Wut – Wut in meinem Hirn.
Weil wir immer noch dieselben sind.
Nach all der langen Zeit.
Geld regiert.
Und wer verliert.
Bestimmt die Angst – bestimmt das Denken.
Und die Unvernunft regiert.

Da ist Wut – Wut in meiner Seele.
Weil der Rückschritt immer größer scheint.
Nach all der langen Zeit.
Gier pervertiert.
Und wer resigniert.
Bestimmt die Angst – bestimmt das Denken.
Und der Hass regiert.

© sybille lengauer