Ich will das nicht, ich mag das nicht,
Ich weiß es ist dein Leibgericht,
Doch sowieso und überhaupt,
Ich mochte das noch nie!

Ich mag es nicht, ich will es nicht,
Und falls du auf mein Wohl erpicht,
Mit Zuckerguss und überhaupt,
Ich mochte das noch nie!

Ich will das nicht, ich mag das nicht,
Wer mir von ausprobieren spricht,
Wie unerhört und überhaupt,
Ich mochte das noch nie!

Ich mag es nicht, ich will es nicht,
Ich…

Ruf mal eben einer den Krankenwagen,
Bitte…

© sybille lengauer

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Der erste Mensch

Nach Äonen der Dunkelheit sprach Gott: „Es Werde Licht!“
Jedoch die Finsternis dauerte an.

Erneut ließ Gott seine Stimme in der Leere erschallen: „Es Werde Licht!“
Doch nichts geschah..

Jahrtausende verstrichen, ohne dass jemand zugegen
war, sie zu zählen. Und wieder hub Gott an, Sein Wort zu verkünden:
„Warum Bleibt Es Dunkel?“ Aber niemand war vorhanden, um ihm zu antworten.

Und so schuf Gott den ersten Menschen. Er formte ihn aus dem Nichts,
das ihn umgab und hauchte Leben in die entstandene Hülle. Das nackte Wesen drehte sich langsam in der Unendlichkeit.

„Wer bin ich?“ fragte der erste Mensch.

„Du Bist Das Erste Geschöpf, Dass Ich Erschaffen Habe. Du Wurdest Geboren, Um Mir Zu Dienen, Meinem Willen Zu Gehorchen Und Meine Fragen Zu Beantworten. Ich Habe Dir Dazu Die Möglichkeit Gegeben, Frei Zu Denken. Du Bist Der Erste Mensch.“

Der erste Mensch öffnete die Augen und sah Gott fragend an:
„Aber welche Fragen soll ich DIR beantworten können, der du mich erschaffen hast? Kann mein Wissen je das DEINE bereichern, wo ich doch deine Schöpfung bin?“

„Ach Gott“ erwiderte Gott „Eine Gute Frage.“

„Welches war nun die Frage, deretwegen du mich erschufest, oh Herr?“ seufzte der erste Mensch. „Nun, Ich Sprach Zu Dem Nichts: ES WERDE LICHT, Doch Dunkelheit Umhüllt Uns Immer Noch.“

Der erste Mensch dachte eine Weile darüber nach. Als er die Antwort gefunden hatte, erhellte ein Lächeln sein Gesicht. „Gib mir ein Schwert, oh Herr. Ich werde damit Licht schaffen.“

Und so schuf Gott das Schwert für seine erste Kreatur und sprach:
„Nimm Dies Und Schaffe Mir Licht, Es Ist An Der Zeit, Den Kosmos Zu Erfüllen.“

Da holte der Mensch mit dem Schwert aus und schlug Gott den Schädel vom Leib. Gott war zu überrascht um sich seiner Unsterblichkeit zu entsinnen und so starb er, auf drastische Weise. Als sein Körper zu Staub zerfiel, trat der erste Mensch über die bröckelnde Leiche und knurrte:

„In deiner Weisheit gabst du mir das freie Denken, oh Herr. So handle ich nun auch frei. Und Freiheit braucht NIE einen Herrn.“

Und dann schuf er ein großes Licht.

Ein alter Text, neu ausgegraben…

Veröffentlicht: Dezember 4, 2017 in Gefasel

Da ist plötzlich so ein Geräusch.

Da ist plötzlich so ein Geräusch. So ein kleines Geräusch, das mitten hineinschlägt in die widerliche Fresse dieser Stille. Dieser unsäglichen Stille, die sich zwischen uns ausbreitet wie die schiere Pest. Eine widerliche Pest verletzter Gefühle, die uns versichert, dass wir uns egal sind. Dass wir uns scheißegal sind und ein „du und ich“ uns sowieso nicht mehr interessiert. Uns nicht mehr im Geringsten interessieren würde, selbst wenn der andere in Flammen stünde.
In Flammen stünden wir tatsächlich, hätten wir ein wenig aufgepasst. Ein wenig auf uns aufgepasst und auf das, was wir zu sagen hatten. Bis wir nichts mehr zu sagen hatten und dann plötzlich wieder dieses Geräusch. Dieses kleine Geräusch wie von einem brechenden Herzen. Einem profan brechenden Herzen, das mitten hineinschlägt in die ekelhafte Fresse des Stolzes. Diese grinsende Fresse falschen Stolzes und beiläufiger Freundlichkeit, die uns die letzten Monate gekostet hat.
Die uns alles gekostet hat und ich schaue dich an und du schaust zurück und wessen Herz das jetzt war, das weiß keiner so genau. Aber so ganz genau interessiert uns das auch nicht mehr, immerhin ist der Zug ja abgefahren. Und hey, abgefahren wie dir jetzt plötzlich Tränen aus den Augen kullern und aus meinen Augen läuft auch so ein Zeug, so ein feuchtes, so ein warmes, dieses Zeug eben. Dieses Scheißzeug eben, das schon viel früher hätte laufen sollen, als es noch nicht zu spät war. Aber jetzt ist es eben zu spät und plötzlich ist es da wieder.
Plötzlich ist da wieder so ein Geräusch. So ein kleines Geräusch das mitten hineinschlägt in die ekelhafte Fresse unserer Sehnsucht. Unserer unvorstellbaren Sehnsucht, die sich jetzt zwischen uns ausbreitet wie die Krätze. Diese feiste Krätze unausgesprochener Träume, die uns immer noch trennt, selbst jetzt wo wir hier zusammenstehen wie begossene Pudel und anfangen zu Heulen. Heulen und Zähneklappern, als peinlicher Rest der uns bleibt und dann nichts mehr. Nichts mehr außer zwei gebrochenen Herzen, deren kläglicher Rest irgendwann aus unserer Haut eitern wird. Eine schwärende, eiternde Wunde, die sich nur noch um sich selbst dreht.
Also dreh dich nicht um, aber geh. Geh rückwärts aus dem Raum, damit ich dir beim Gehen in die Augen sehen kann. Damit ich noch einmal sehen kann, warum ich mal ganz verträumt war, wenn du bei der Tür hereingekommen bist. Wenn du hereingekommen bist und ich dachte: Sind wir füreinander bestimmt, für immer vielleicht? Und vielleicht kommt dann noch so ein kleines Geräusch. So ein klitzekleines Scheißgeräusch von mir, wenn ich flüstere, dass ich dich liebe. Dass ich dich verdammt nochmal liebe und du jetzt trotzdem gehen sollst. Dass du so schnell du kannst gehen sollst und bitte, komm nicht mehr wieder. Und wiederum denke ich insgeheim, du schlägst genau dann hinein. Schlägst mitten hinein in die eiskalte Fresse meiner hochnäsigen Sturheit und bleibst.
Bleibst bei mir und holst mich heraus aus diesem grauenhaften Kreislauf. Reißt mich fort von dem Fiasko. Nimmst mich mit auf eine neue Ebene. Lässt mit mir alles hinter dir und RAUS hier!!! Wir brechen die alten Normen auf, wir bezwingen unsere Eitelkeiten und beginnen neu. Ab hier ist alles offen! Wir sind frei!
Plötzlich ist da so ein Geräusch. So ein kleines Geräusch, das mitten hineinschlägt in die lächerliche Fresse der Hoffnung. Dieser letzten, unerfüllten Hoffnung meiner Gefühle. Meiner zerplatzenden Gefühle, die sich peinlich anfühlen, als du die Tür zuziehst und es klickt. Zum letzten Mal klickt und Ende, das war’s.

© Sybille Lengauer

Aussterben

Veröffentlicht: November 27, 2017 in Allgemein

Aussterben.
Vergeh’n ohne Worte.
Liegen bleiben und
Verrotten.
Absterben.
Baum des Lebens.
Die verfaulten Wurzeln,
Tief in schwarzer Erde.
Aussterben.
Verfliegt ohne Stimme.
Verwesendes Gewebe und
Einsamkeit.
Absterben.
Verweh’n ohne Worte.
Liegen bleiben und
Verrotten.
Aussterben.
Sinn des Lebens.
Die verfaulten Wünsche
Tief in schwarzer Erde.
Absterben.
Verlebt ohne Sinne.
Verwesendes Leben und
Bitterkeit.
Aussterben.
Liegen bleiben.
Absterben.
In der schwarzen Erde.
Aussterben.
Liegen bleiben.
Absterben…

Verwesung,
Verwesung,
Verwesung,

Neuanfang?

© sybille lengauer

Wer hat das Leben? (Eine Reflektion im Zuge von Mordgedanken)

Veröffentlicht: November 27, 2017 in Allgemein

Wer hat das Leben, wer hat die Macht?
Wer hat das Leben, wer hat die Macht?
Wer hat das Leben, wer hat die Macht?

Ausgestoßen.
Abgetrieben.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?
Im Graben, dem finstren.
Im Wehrwall, dem dunklen.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?
Abgestoßen.
Ausgetrieben.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?

Wer hat das Leben, wer hat die Macht?
Wer hat das Leben, wer hat die Macht?
Wer hat das Leben, wer hat die Macht?

Ausgestoßen.
Abgetrieben.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?
Im Bunker, dem tiefen.
Im Keller, dem feuchten.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?
Den Finger am Abzug.
Die Hand an der Kehle.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?
Abgestoßen.
Ausgetrieben.
Wer hat die Macht?
Wer hat die Macht?

Wer hat das Leben, wer hat die Macht?
Wer hat das Leben, wer hat die Macht?
Wer hat das Leben, wer hat die Macht?

Du?

© sybille lengauer

Seelenweh.
Jenseits der Gefühle,
Leergelebt, wie ein altes Blatt Papier.
Auf den Herzschlag folgt das Schluchzen,
In der Schwüle, der Bedrängnis,
Und kein Warten, nein kein Warten hilft.
Nichts. Hilft. Mir.

Seelenweh.
Diesseits der Gefühle,
Ausgelebt, wie ein zerknülltes Blatt Papier.
Auf das Schluchzen folgt das Zittern,
In der Kälte, der Verdammnis,
Und kein Handeln, nein kein Handeln hilft.
Nichts. Hilft. Mir.

Seelenweh.
Abseits der Gefühle,
Abgelegt, wie ein zerriss’nes Blatt Papier.
Auf das Zittern folgt die Starre,
In der Leere, der Erkenntnis,
Und kein Hoffen, nein kein Hoffen hilft.
Nichts. Hilft. Mir.

© sybille lengauer

Man ist entsetzt, man ist schockiert,
Hätte niemals gedacht, dass so etwas passiert,
Beschließt, dass sich da etwas ändern muss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

Man zeigt sich vernetzt, weil man meint es pressiert,
Schreibt Memos an Leute, die es nicht int’ressiert,
Mit Interpunktionen im Überfluss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen,
Das Leben geht weiter.

Man ist verletzt, man ist brüskiert,
Hätte niemals gedacht, dass es so schlimm grassiert,
Verkündet, damit sei nun endgültig Schluss!

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

Man wird langsam gesetzt und man resümiert,
Dass doch irgendwie immer dasselbe passiert.
Man schürzt die Lippen in stillem Verdruss.

Nach dem Abendessen,
Ist es vergessen.
Das Leben geht weiter.

© sybille lengauer