Mit ‘Garten’ getaggte Beiträge

Frustfresserraupe

Auf einem welken Blatte,
Saß ohne große Lust,
Ein kleiner Raupengatte,
Und fraß, gegen den Frust,
Sich voll mit Chlorophyll.

Er war von seinem Raupenweib,
Verstoßen und verhöhnt,
Sie hatte seinen dicken Leib,
Verspottet und verpönt.
Drum fraß er auch so viel.

Nach dem Käferstündchen

Es schleimt zu ihrem Käferfreund,
Die kleine Nacktschneck‘ ganz verträumt,
Sie würd‘ ihn ewig lieben,
Da hat er sie vertrieben.

Im Garten

„Mein Schatz, wo bist du?“, fragt die Meise,
Ruft seinen Namen, laut und leise!
Vergebens sucht die Meis‘ den Gatten,
Mein Kater hat’n.

Wohin Manieren führen

„Wenn sie nur nicht so bitter wären,
Würd‘ ich sie VOR dem Sex verzehren.“
Sprach’s kauend vor sich hin,
Die Spinnerin.

Grausegrau

Grausegraue Regentropfen,
Die auf deine Seele klopfen,
Löchern durch die Stirn.
Schreckensschwarzer Düsternebel,
Fest sich windend wie ein Knebel,
Fräst sich ins Gehirn.

Geworfen in die Fegefeuchte,
Suchst du Mensch das Sinngeleuchte,
Knietief im Morast.
Erkennst im wirbelnd’ Sinnesstrudel,
Dass du, wässrig wie der Pudel,
Dich selbst verloren hast.

(c) sybille lengauer

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Ich bemale meine Haut mit Asche,

Weiß, so weiß wie Schnee,

Trage die Farbe gleichmäßig auf,

Lasse keine Pore unbedeckt.

Ich nehme einen abgenutzten Lippenstift,

Rot, so rot wie Blut,

Streiche ihn langsam auf meine Zähne,

Sehe mich dabei im Spiegel lächeln.

Ich wühle ein Stück Kohle aus dem Kamin,

Schwarz, so schwarz wie Ebenholz,

Reibe es dick auf meine Lippen,

Werfe meinem Spiegelbild einen Kussmund zu.

Ich verziere meinen Körper mit Perlen,

Schimmernd und zart wie die See,

Gehe barfuss durch das Eismeer meines Gartens,

Denn heute Nacht bin ich deine Königin.

(C) Sybille Lengauer