Mit ‘Hoffnungslosigkeit’ getaggte Beiträge

Blumento-Pferde

Es ist verregnet und grau,
Frühling vor der Tür,
Wir telefonieren ein wenig,
Plötzlich sagst du zu mir:
„Wozu soll ich bitte auf etwas verzichten,
Wenn Chinesen und Inder die Erde vernichten.“
Und legst die Hände in den Schoß.

Es ist unsagbar heiß,
Sommer vor der Tür,
Wir schwitzen im Einklang,
Da sagst du zu mir:
„Bringt doch nichts zu kämpfen, Mann,
Weil man die Welt nicht retten kann.“
Und legst die Hände in den Schoß.

Es ist ziemlich stürmisch,
Herbst vor der Tür,
Wir steh’n auf der Straße,
Du sagst trocken zu mir:
„Der Plastikmüll, das liegt auf der Hand,
Wird hier zwar gesammelt, doch woanders verbrannt.“
Und legst die Hände in den Schoß.

Es ist bitterkalt,
Winter vor der Tür,
Wir treffen uns zur Arbeit,
Und lachend sagst du mir:
„Der Klimawandel ist nur ein dummes Gerücht,
Die Sache mit der Erderwärmung – gibt es nicht.“
Und legst die Hände in den Schoß.

Ich möchte zwar keine Grundsatzdiskussion beginnen –
Aber mit euch kann man wirklich keinen Blumentopf gewinnen…

© sybille lengauer

Und tausend Zigaretten später fällt dir ein, was fehlt. Und nichts was etwas daran ändern könnte. Nicht dass du es nicht versuchen würdest. Nicht dass du dich nicht angestrengt hättest. Tausend Wege führen nicht zwingend zum Glück. Und tausend Kaffeetassen später fällt dir auf, warum nichts geht. Und alles dreht sich nur um ein paar kleine Gedanken. Alles steht still, weil es an einer Stelle nicht weitergeht. Alles ist kein bisschen so wie erwartet. Tausend Träume führen nicht unbedingt zum Ziel. Und tausend Wutausbrüche später fällt dir auf, dass es egal ist. Und jeder der etwas anderes sagt ist ein Spinner. Jeder der dich verstehen will, läuft in den Stacheldraht. Jeder der dir widerspricht, verrät dich maßlos. Tausendfach geheuchelter Selbstbetrug führt nicht garantiert zur Zufriedenheit. Und tausend Eingeständnisse später fällt dir auf, was du erreicht hast. Und keiner, der es dir nicht schon früher gesagt hätte. Keiner, der nicht annähernd geahnt hätte, wie es kommen würde. Keiner, der nur einen Moment an dir gezweifelt hätte. Tausend nett gemeinte Worte führen nicht automatisch zu einem Happy End. Und tausend Zigaretten später, tausend Kaffetassen später, tausend Wutausbrüche später, tausend Eingeständnisse später, stehst du immer noch am Anfang, stehst du immer noch ganz wo anders, stehst du immer noch im Nirgendwo. Tausend Versuche führen immer noch ins Nichts.

© Sybille Lengauer