Mit ‘Liebesgedicht’ getaggte Beiträge

Lieben!

Veröffentlicht: Juni 22, 2021 in Gefasel
Schlagwörter:,

Lieben!

Er liebt sie,
Sie liebt ihn,
Sie liebt sie,
Er liebt ihn,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Sie liebt er,
Ihn liebt sie,
Sie liebt sie,
Ihn liebt er,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Liebt er sie?
Liebt sie ihn?
Liebt sie sie?
Liebt er ihn?
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Sie liebt er,
Ihn liebt sie,
Sie liebt sie,
Ihn liebt er,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!
Er liebt sie,
Sie liebt ihn,
Sie liebt sie,
Er liebt ihn,
Er liebt!
Sie liebt!
Wir lieben!

©sybille lengauer

Königin (aus Goldstaub & Ruinen 2011)

Veröffentlicht: Dezember 9, 2020 in Gedichte
Schlagwörter:, ,

Königin

Ich bemale meine Haut mit Asche,
Weiß, so weiß wie Schnee.
Trage die Farbe gleichmäßig auf,
Lasse keine Pore unbedeckt.

Ich nehme einen abgenutzten Lippenstift,
Rot, so rot wie Blut.
Streiche ihn langsam auf meine Zähne,
Sehe mich dabei im Spiegel lächeln.

Ich wühle ein Stück Kohle aus dem Kamin,
Schwarz, so schwarz wie Ebenholz.
Reibe sie dick auf meine Lippen,
Werfe meinem Spiegelbild einen Kussmund zu.

Ich verziere meinen Körper mit Perlen,
Schimmernd und zart wie die See.
Gehe barfuss durch das Eismeer meines Gartens,
Denn heute Nacht bin ich deine Königin.

© sybille lengauer

P1110661

Am Ufer

Veröffentlicht: August 28, 2020 in Gedichte
Schlagwörter:, ,

Am Ufer

Ich habe meine Worte flussaufwärts geworfen,
Nun trägt die Strömung sie an mir vorbei,
Was ich zu sagen hatte,
Klingt sanft in den Wellen,
Gurgelt zwischen den Steinen,
Singt dem Kormoran ein Liebeslied,
Und mündet – vielleicht,
Unträumbar weit weg von hier,
In der tiefblauen Umarmung der See.

© sybille lengauer

Seelenerguss

Veröffentlicht: August 28, 2019 in Gedichte
Schlagwörter:, , ,

Seelenerguss
(Als ich dachte)

Als ich dachte,
Dass du tot wärst,
Fror mein Herz,
Zu einem Brocken,
Die Angst durchdrang mich,
Ich erstarrte,
Ward zum Eismensch.
Ohne Regung.
Als ich dachte,
Dass du tot wärst,
Fror mein Leib,
Zu einem Klumpen,
Ein Loch verschlang mich,
Ich zerschellte,
Ward zum Hohlmensch.
Ohne Freude.
Als ich dachte,
Dass du tot wärst,
Fror mein Selbst,
Zu einem Eisblock,
Das Nichts bezwang mich,
Ich mutierte,
Ward zum Unmensch.
Ohne Liebe.

Als ich erfuhr,
Dass du nicht tot bist,
Entsprang ein Leuchten,
Meiner Seele,
Kam die Erleichterung,
In Wellen,
Und ich zerschmolz,
Wie Okjökull,
Kein Eismensch mehr,
Sondern ein Fließen,
Golden treibend,
In jede Richtung,
Die Last genommen,
Angstverflogen,
Der neue Tag,
Lockt glücksdurchsonnt,
Da du noch da bist,
Und ich es auch bin,
Uns zu preisen,
In diesem Leben,
Lass uns noch bleiben,
Für ein Weilchen,
Liebster Freund,
Ich bitte dich.

© sybille lengauer