Mit ‘Reime’ getaggte Beiträge

Frustfresserraupe

Auf einem welken Blatte,
Saß ohne große Lust,
Ein kleiner Raupengatte,
Und fraß, gegen den Frust,
Sich voll mit Chlorophyll.

Er war von seinem Raupenweib,
Verstoßen und verhöhnt,
Sie hatte seinen dicken Leib,
Verspottet und verpönt.
Drum fraß er auch so viel.

Nach dem Käferstündchen

Es schleimt zu ihrem Käferfreund,
Die kleine Nacktschneck‘ ganz verträumt,
Sie würd‘ ihn ewig lieben,
Da hat er sie vertrieben.

Im Garten

„Mein Schatz, wo bist du?“, fragt die Meise,
Ruft seinen Namen, laut und leise!
Vergebens sucht die Meis‘ den Gatten,
Mein Kater hat’n.

Wohin Manieren führen

„Wenn sie nur nicht so bitter wären,
Würd‘ ich sie VOR dem Sex verzehren.“
Sprach’s kauend vor sich hin,
Die Spinnerin.

Grausegrau

Grausegraue Regentropfen,
Die auf deine Seele klopfen,
Löchern durch die Stirn.
Schreckensschwarzer Düsternebel,
Fest sich windend wie ein Knebel,
Fräst sich ins Gehirn.

Geworfen in die Fegefeuchte,
Suchst du Mensch das Sinngeleuchte,
Knietief im Morast.
Erkennst im wirbelnd’ Sinnesstrudel,
Dass du, wässrig wie der Pudel,
Dich selbst verloren hast.

(c) sybille lengauer

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Es stehen graue Gespenster vor meinem Fenster,
Sie starren gebannt in mein bleiches Gesicht.
Ihre Klauen sie scharren, kratzen und knarren,
An meiner Psyche, doch ich weiche nicht.

Es drängen Verkannte, Verlorne, Verbannte,
Vor meiner Schwelle und wollen herein,
Ihre Augen, sie brennen und funkeln wie Gemmen!
Der Dämonen sind viele, nur ich bin allein.

Es tritt auf der Geister – Gebieter und Meister,
Durch die wabernden Massen sticht er hervor,
Seine Stimme ein Flüstern, ein schnarrendes Knistern,
Ganz leise und zärtlich klopft er an mein Tor.

Es hilft mir kein Weinen, kein Zetern und Greinen,
Dem Herrn der Gespenster verlangt es mit Gier,
Meinen Geist zu bezwingen, mein Herz zu verschlingen,
Mit eiskalten Klauen greift er fordern nach mir.

Es hat keinen Sinn dass ich Rechtschaffen bin,
Die Schemen der Fragen, sie scheren sich nicht.
Denn das einzige Streben in ihrem Leben,
Ist der Anblick der Tränen in meinem Gesicht.

© Sybille Lengauer