Mit ‘Wind’ getaggte Beiträge

Der Wind

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 in Gedichte, Geschichten oder so ähnlich
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Stille.  Nachtschlafene Zeit.  Der blass orange Lichtschein einer uralten Salzlampe, der von der Dunkelheit in eine Ecke des Raumes gedrängt wird. Die Existenz bleibt stehen. Verharrt in einer endlos langen, schmerzhaften Sekunde. Draußen kein Geräusch. Drinnen lautloses Weinen. Die Uhren stehen still. Etwas Wind kommt auf. Raschelt sanft in den Bäumen. Das Leben macht eine Pause, so kurz vor dem Abgrund. Verharrt dort, fast bewegungslos. Zittert ein wenig, weil mir gerade das Herz zerbricht. Vielleicht ist es aber auch nur der Wind.

Und vielleicht liegt alles nur am Wind, der uns forttreibt wie die Wolken. Ziellos. Zeitlos. Am sternenzerfunkelten Himmel. Der uns zusammenballt und wieder auseinanderreißt. Ohne erkennbare Richtung.

Schwere. Sommerschwüle Luft. Der Geruch von verwesendem Tod und sonnendurchtränkten Wiesen. Tiefe Atemzüge. Zwei. Drei. Vier. Pause. Die Gedanken drehen sich um sich selbst. Verweilen in einer endlos langen, schmerzhaften Schleife. Draußen geht das Leben weiter. Drinnen verliert es sich in Bedeutungslosigkeit. Der Wind wird stärker. Weht durch das offene Fenster. Bringt die Verheißung des Regens mit sich, riecht nach Kupfer und altem Eisen. Leises Donnergrollen durchbricht die Stille. Die Gegenwart dehnt sich unfassbar weit aus. Krümmt sich ein wenig, weil mir gerade das Herz zerbricht. Vielleicht ist es aber auch nur der Wind.

© Sybille Lengauer

Windstill

Veröffentlicht: August 30, 2011 in Gefasel
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Windstill, im Lichtspiel falscher Schatten, tanzt man Synapsenwalzer links herum zu süßlicher Musik. Die Leere frisst im Kopf, im Herz, im Bauch, doch dreht man sich mit Schwung im Kreis herum und eins, zwei, drei, der Nächste bitte. Trallala. Es ist doch Alltagskarneval, also setz die Nase auf! Windstill, unter Buchenblätterhimmeln, sucht man Barfuß nach den Scherben einer glücklicheren Zeit. Das Warten zehrt an Nerven, fräst sich durchs Gehirn doch alle hopsen, fröhlich jauchzend, durch die Gülle ihrer Unzulänglichkeit. Schallala. Es ist doch Alltagskarneval, also setz die Nase auf! Windstill, im Farbspektakel öder Tage, verliert man schneller was man ist als man die Augen schließen kann. Das Leben hungert in der Ecke, kneift sich verzweifelt in den Arm, oh nein es ist kein Traum, Delirium, es ist nur was es ist. Es ist doch Alltagskarneval, also setz die Nase auf!

© Sybille Lengauer