Mit ‘Zorngedicht’ getaggte Beiträge

Beiläufig Beleidigt / Die Frau
(Ein Schreigedicht)

Ich bin nicht ‚die Frau‘,
Die mimosenhaft im Schatten vegetiert.
Ich bin nicht ‚die Frau‘,
Die zwei Schritte hinter Hammeln herspaziert.
Ich bin nicht ‚die Frau‘,
Die irgendwo am letzten Platz rangiert.
Ich bin Die Frau. DIE Frau. Die:
„Oh, verdammt wow, was für ’ne Frau!“
Ja, ich bin DIE Frau,
Die dir lachend deine Spucke stiehlt.
Ich bin DIE Frau,
Die im Boxring auf die Leber zielt. KO!
Ich bin DIE Frau,
Die nachts Schach mit deinen Träumen spielt.
Ich bin Die Frau. DIE Frau, Die:
„Oh, gottverdammt wow, was für ’ne Frau!“
Ich bin DIE Frau. Genau.
Und wer das nicht begreifen kann:
Friss Mutterkuchen und erstick daran, Mann.

© sybille lengauer

Aufarbeitung / Ein Prozess

Veröffentlicht: Juli 10, 2019 in Gedichte
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Aufarbeitung / Ein Prozess

Könnte ich sie erklären,
Diese erdrückende Traurigkeit.
Oh, könnte ich nur.
Ich erzählte dir von einer,
Tosenden Welle.
Sie,
Rollt heran,
Stülpt sich über das Land,
Verschlingt das Heute.
Sie,
Wogt im Herzen,
Kommt und geht,
Wie die Gezeiten.
Nur ohne den Mond,
Der niemals scheint.
In dieser Gegend.

Hätte ich nur die rechten Worte,
Ich ertränkte dich in ihnen.
Und verlöre keine Träne.
Kein Vergeben.

Wüsste ich ihn zu beschreiben,
Diesen unendlichen Zorn.
Oh, wüsste ich nur wie.
Ich erzählte dir von einem,
Gewitternden Wolkenberg,
Er,
Zieht herauf,
Legt sich über das Land,
Verdeckt das Morgen.
Er,
Grollt in der Seele,
Kommt und geht,
Wie der Monsun.
Nur ohne den Regen,
Der niemals fällt.
In dieser Gegend.

Hätte ich nur die rechten Sätze,
Ich versengte dich mit ihnen.
Und verlöre keine Träne.
Kein Vergessen.

© sybille lengauer